Sexualpraktiken & Lebensphasen

Aufrufe

Sexualpraktiken, Fetische und Kinks sind sehr unterschiedlich.  
Menschen erleben Sexualität verschieden.  
Jeder Mensch hat andere Wünsche beim Sex.  

Manche Menschen möchten Zärtlichkeit beim Sex.  
Manche Menschen wollen Nähe spüren.  
Andere Menschen wollen Lust erleben.  
Andere mögen Fantasie oder körperliche Berührung.  
Jeder Mensch hat andere Bedürfnisse.  

Es gibt keine richtige oder falsche Art, Sexualität zu leben.  
Wichtig ist: Alle müssen einverstanden sein.  
Alle sollen sich beim Sex gut und sicher fühlen.  
Niemand darf gezwungen werden.  

Sex kann man alleine erleben.  
Sex kann man zu zweit erleben.  
Sex kann auch mit mehreren erlebt werden.  
Sex besteht aus mehr als nur Penetration.  
Penetration bedeutet: Ein Körperteil dringt in den Körper des anderen ein.  

Es gibt viele Arten von Sex und Zärtlichkeit.  
Sexualität ist sehr persönlich und kann sich verändern.  
Jeder Mensch darf sagen, was er möchte.  
Jeder Mensch darf so leben, wie es für ihn richtig ist.

Manche Menschen machen verschiedene Dinge beim Sex.
Manche Sachen können schön sein.
Aber manche Sachen können auch gefährlich sein.
Manche Sachen können weh tun.
Das nennt man Risiko.

Queere Praktiken

Queere Menschen lieben anders als andere Menschen.
Sie haben andere Arten von Liebe.
Und sie haben andere Arten von Sex.

Die Beispiele die jetzt kommen zeigen verschiedene Arten von Sex.
So kannst du sehen:
Menschen machen Sex auf viele verschiedene Weisen.

Alleine, zu zweit oder in der Gruppe

Sexualität bedeutet: Menschen erleben schöne Gefühle mit ihrem Körper.

Manche Menschen erleben Sexualität alleine.

Das nennt man Solosex.

Solosex ist zum Beispiel:
Du streichelst dich selbst.
Du stellst dir schöne Dinge vor.
Du benutzt Sexspielzeug.

Manche Menschen erleben Sexualität mit einer anderen Person.

Das nennt man Duosex.

Duosex ist zum Beispiel:
Ihr küsst euch.
Ihr berührt euch.
Ihr habt Oralverkehr.
Oralverkehr bedeutet: Jemand berührt den Penis oder die Scheide mit dem Mund.
Ihr habt Sex mit dem Penis in der Scheide oder im Po.
Ihr streichelt euch gegenseitig.

Manche Menschen erleben Sexualität mit mehreren Personen.

Das nennt man Gruppensex.

Gruppensex ist zum Beispiel:
Drei Menschen haben zusammen Sex.
Viele Menschen treffen sich auf einer Sexparty.
Eine Gruppe von Menschen streichelt sich gemeinsam.

Jede Form von Sexualität kann anders aussehen.

Manche Menschen mögen besonders viele Streicheleinheiten.

Andere mögen mehr Bewegung oder andere Rollen.

Wichtig ist:
Alle machen freiwillig mit. Das nennt man Konsens.
Alle sprechen offen miteinander.
Alle achten auf ihre Gesundheit. Das nennt man Safer Sex.

Masturbation

Masturbation heißt auch Selbstbefriedigung.
Das Wort bedeutet: 
Jemand berührt den eigenen Körper, um sich gut zu fühlen.
Das nennt man sexuelle Stimulation.
Stimulation ist ein schweres Wort.
Es heißt: Jemand macht etwas, damit der Körper sich schön anfühlt.

Viele Menschen machen Masturbation.
Man kann Masturbation alleine machen.
Man kann Masturbation auch mit anderen machen.

Masturbation hilft vielen Menschen.
Du kannst deinen Körper besser kennenlernen.
Du kannst schöne Gefühle erleben.
Du kannst Stress loswerden.

Viele Menschen berühren ihre Geschlechts-Teile.
Das sind zum Beispiel Penis oder Scheide.
Manche Menschen finden andere Stellen am Körper schön.
Zum Beispiel: Brustwarzen oder den Po.

Du kannst Masturbation an vielen Orten machen.
Zum Beispiel: Im Bett.
Oder in der Badewanne.
Oder unter der Dusche.
Manche Menschen benutzen Hilfsmittel dafür.
Zum Beispiel: Vibratoren.

Manche Menschen schauen Pornos beim Masturbieren.
Pornos sind Filme, in denen Menschen Sex machen.
Manche Menschen hören auch Hörspiele für Erwachsene.
Das macht Lust auf Masturbation.

Wichtig ist: Es gibt kein Richtig oder Falsch.
Jede Person kann selbst entscheiden, ob und wie sie masturbiert.
Masturbation kann für

Mythos


Masturbation ist nur für Männer.

Nein!


Alle Menschen können masturbieren.

Es ist egal, ob sie sich als Mann, Frau oder anders fühlen.

Wenn du dich selbst berührst, nennt man das Masturbation.

Dabei ist es wichtig, dass du weißt, wo an deinem Körper es sich gut anfühlt.

Diese besonderen Stellen nennt man Erogene Zonen.

Sextoys & Hilfsmittel

Sexspielzeug sind Dinge, mit denen Menschen Spaß beim Sex haben können.  
Man nennt sie auch: Sextoys.  

Sexspielzeug sind zum Beispiel:  
Vibratoren, Ringe oder andere Geräte.  

Sexspielzeug kann für Sie alleine sein.  
Du kannst Sexspielzeug auch zusammen mit anderen benutzen.  

Sexspielzeug kann dir helfen, dich selbst besser kennenzulernen.  
Du kannst mit Sexspielzeug herausfinden, was dir gefällt.  

Manche Menschen fühlen sich durch Sexspielzeug wohler mit ihrem Körper.  
Sexspielzeug kann auch Paare enger zusammenbringen.  

Neue Forschungen zeigen:  
Sexspielzeug macht nicht nur Spaß.  
Sexspielzeug kann auch gut für Körper und Gefühle sein.  

Sexspielzeug kann helfen, wenn Menschen miteinander sprechen oder Zeit zusammen verbringen möchten.

Beispiele für Sexspielzeuge

Es ist wichtig, dass die Produkte aus guten Materialien sind.
Gute Materialien sind zum Beispiel medizinisches Silikon.
Das ist ein besonderer Kunststoff.
Er ist für den Körper gut verträglich.

Du musst die Produkte gut reinigen.
Reinige die Produkte regelmäßig.
Nutze dafür passende Reinigungs-Mittel.
So bleibt alles sauber und sicher.

Lies die Hinweise vom Hersteller.
So vermeidest du Verletzungen.
Die Hinweise erklären dir, wie du die Produkte richtig benutzt.

Begriff


Paartoys

Definition


Es gibt Geräte für Paare.  
Diese Geräte können Sie zusammen benutzen.  
Ein Beispiel sind spezielle Vibratoren.  
Sie können diese Geräte mit einer App steuern.  
Sie und Ihre Partnerin oder Ihr Partner können die Geräte zusammen bedienen.  
So können beide Personen Spaß haben.  
Diese Geräte helfen, dass beide gemeinsam etwas erleben.

Begriff


Penisringe

Definition


Der Penis-Ring kann bei einer Erektion helfen.  
Eine Erektion bedeutet:  
Der Penis wird steif.

Mit dem Penis-Ring bleibt die Erektion länger erhalten.  
Manchmal spürt man dadurch auch mehr.

Der Gebrauch von einem Penis-Ring kann das Gefühl beim Sex verstärken.

Begriff


Vibratoren

Definition


Geräte, die durch Vibration sexuelle Erregung erzeugen. Sie sind vielfältig für äußere oder innere Stimulation einsetzbar.

Begriff


Masturbatoren

Definition


Das sind Geräte für Männer.
Sie sehen aus wie eine Vagina.
Eine Vagina ist der weibliche Geschlechts-Teil.

Die Geräte sind für den Penis gemacht.
Man kann damit den Penis berühren.
Das fühlt sich gut an.

Manche Geräte haben Vibration.
Das bedeutet:
Sie zittern.
Andere Geräte haben keine Vibration.

Begriff


Analspielzeug

Definition


Es gibt besondere Sex-Spielzeuge für den Po.
Diese Spielzeuge heißen:
Plugs oder Dildos.
Sie sind extra für den Po gemacht.

Die Spielzeuge haben ein breites Ende.
Das breite Ende ist wichtig.
So kann man sich nicht verletzen.

Begriff


Dildos

Definition


Das sind Gegenstände aus verschiedenen Materialien.
Sie haben verschiedene Formen.
Man kann sie fühlen.
Sie vibrieren nicht.

Man benutzt sie meistens für den Sex.
Das bedeutet:
Man steckt sie in den Körper.

Mehr als ein "Spielzeug"

Mehr als ein "Spielzeug"

Sexspielzeug kann helfen, den eigenen Körper besser zu verstehen.  
Du kannst mit Sexspielzeug herausfinden, was dir gefällt.  
Sexspielzeug kann machen, dass du mehr Lust empfindest.  
Du kannst dadurch auch zufriedener mit deinem Sexleben sein.

Eine Studie hat gezeigt:  
Viele Menschen benutzen Sexspielzeug zusammen mit ihrem Partner.  
Sie berichten, dass sie sich dann mehr erregt fühlen.  
Sie sagen, die Orgasmen sind intensiver.  
Auch mit ihrem Sexleben sind sie zufriedener.

Forscher haben viele Menschen in Europa gefragt.  
Mehr als die Hälfte besitzt ein Sexspielzeug.  
Wer Sexspielzeug besitzt und benutzt, ist oft zufriedener mit seinem Leben und seinem Sexualleben.

Sexspielzeug kann auch für die Gesundheit gut sein.  
Zum Beispiel: Eine Studie hat ältere Menschen untersucht.  
Sie haben regelmäßig einen Vibrator benutzt.  
Dadurch haben sie beim Sex weniger Schmerzen.  
Sie hatten weniger Probleme mit ihrem Beckenboden.  
Sie fühlten sich weniger traurig und depressiv.

Fetische & Kinks

Fetische und Kinks sind Teil menschlicher Sexualität.
Sie zeigen, wie vielfältig Sexualität sein kann.

Diese Formen sind weiter verbreitet als man früher dachte.

Sie liegen auf einem Spektrum.
Am Anfang stehen leichte Vorlieben.
Am anderen Ende stehen starke Fixierungen.

Fetische und Kinks können behandlungsrelevant werden, wenn sie Leid verursachen oder das Leben deutlich einschränken.

Sexuelle Vorlieben sind sehr unterschiedlich.
Jeder Mensch mag andere Sachen.
Das hängt von der eigenen Erfahrung ab.
Und von der Umgebung.
 

Kinks und Fetische sind heute bekannter.
Das liegt auch an Pornos und Medien.
Auch in Gesprächen reden Menschen mehr darüber.

Es gibt noch keine großen Studien dazu.
Aber eine Studie aus den USA zeigt etwas:
55 von 100 jungen Menschen haben durch eine Dating App einen neuen Kink entdeckt.
56 von 100 jungen Menschen machen BDSM-Praktiken.

BDSM bedeutet:
Bestimmte sexuelle Spiele.
Dabei gibt es Regeln.

Wichtig ist dabei:
Alle müssen zustimmen.
Alle müssen sich respektieren.
Niemand darf leiden.

Begriff


Fetisch

Definition


Das Wort kommt aus der klinischen Psychologie.
Klinische Psychologie ist ein Teil der Psychologie.

Der Begriff beschreibt eine starke sexuelle Fixierung.
Die Fixierung kann auf Dinge sein, die nicht leben.
Zum Beispiel auf Schuhe.
Oder auf bestimmte Stoffe.

Die Fixierung kann auch auf Körperteile sein.
Zum Beispiel auf Füße.

Diese Dinge oder Körperteile lösen sexuelle Erregung aus.
Oder sie sorgen für sexuelle Befriedigung.

Man spricht erst von einer Störung unter bestimmten Bedingungen.
Das Verhalten dauert länger als sechs Monate.
Die Person leidet stark darunter.
Wichtige Bereiche im Leben sind beeinträchtigt.
Zum Beispiel Arbeit, Beziehungen oder Alltag.

Begriff


Kink

Definition


Der Begriff kommt nicht aus der Medizin.
Der Begriff kommt aus Gruppen und Communities.

Der Begriff ist weiter als Fetisch.

Er meint jede sexuelle Vorliebe.
Er meint auch sexuelle Fantasien.
Er meint auch sexuelle Praktiken.

Diese Dinge weichen vom gesellschaftlichen Standard-Sex ab.

In Fach-Büchern und in queeren Gruppen spricht man oft über Kink und Fetisch.
 

Dabei erklären viele den Unterschied so.
Ein Fetisch ist für manche Menschen nötig, damit sie sexuelle Lust fühlen.
Ohne den Fetisch funktioniert Sex dann nicht gut oder gar nicht.
Ein Kink ist eher etwas Zusätzliches.
Ein Kink kann Sex spannender oder stärker machen.
Aber ein Kink ist keine Pflicht für sexuelle Zufriedenheit.
 

Die beiden Wörter lassen sich aber nicht klar trennen.

SM und BDSM

SM und BDSM sind Wörter für bestimmte Sexual-Praktiken.
Man spricht sie so aus: Es-Em und Be-De-Ess-Em.
Menschen machen diese Praktiken in ihrer Sexualität.

BDSM bedeutet: Fesseln, Befehlen, Macht, Schmerz und Lust.
SM ist ein Teil von BDSM.
Beim SM und BDSM geht es um Macht und Lust.
Manche Menschen mögen es, Macht zu haben.
Andere mögen es, keine Macht zu haben.
Manche möchten gerne Schmerzen spüren.
Andere geben gerne Schmerzen.
Das alles passiert freiwillig und absichtlich.

Es gibt verschiedene Beispiele:
Manche Menschen fesseln sich mit Seilen oder anderen Sachen. Das heißt Bondage.
Manche Menschen schlagen den Po oder andere Körperteile vorsichtig. Das nennt man Spanking.
Manche spielen Rollen. Zum Beispiel eine Person ist der Chef, die andere muss gehorchen.
Manche benutzen besondere Dinge. Zum Beispiel Kerzenwachs, Federn oder Paddel.
Diese Dinge sorgen für verschiedene Gefühle.

Ein sehr wichtiger Punkt ist: Beide Menschen müssen damit einverstanden sein.
Man spricht alles vorher ab.
Jeder sagt, was erlaubt ist und was nicht.
Jeder achtet auf die Grenzen des anderen.
Beide können immer Stopp sagen.
Dafür gibt es ein Geheimwort. Das nennt man Safeword.
Wenn jemand das Safeword sagt, wird alles sofort gestoppt.

Alle machen nur das, was sie möchten.
Die Gefühle und die Sicherheit von allen sind sehr wichtig.

B Bondage
D Disziplin/ Dominanz
S Submission /Sadismus
M Masochismus

BDSM ist ein englisches Wort.  
Man spricht es: Bi-De-Ess-Emm.  
BDSM bedeutet: Menschen machen besondere Spiele miteinander.  
Diese Spiele dauern nur für eine bestimmte Zeit.  
Solche Spiele nennt man oft auch „Session“.  
Eine Session ist ein englisches Wort für eine begrenzte Zeit.

Die Menschen entscheiden gemeinsam, wie das Spiel aussieht.  
Alle machen freiwillig mit.  
Es ist wichtig: Nicht immer gibt es dabei Sex.  
Sex bedeutet: Zwei Menschen berühren sich am Körper, zum Beispiel beim Geschlechtsverkehr.  
Aber in einer Session muss das nicht passieren.

Darum ist es sehr wichtig, vorher miteinander zu reden.  
Alle sollen sagen, was sie wollen.  
Alle sollen sagen, was sie nicht wollen.  
Zum Beispiel kann man über diese Dinge sprechen:

Individuelle Wünsche und Vorlieben bedeutet:  
Jede Person hat eigene Wünsche.  
Jede Person mag andere Dinge.

Zum Beispiel:  
Manche Menschen mögen bestimmte Rollen.  
Das heißt: Sie möchten eine bestimmte Rolle spielen.  
Zum Beispiel: Einer ist der Chef. Der andere ist Angestellter.

Manche Menschen mögen bestimmte Kleidung.  
Zum Beispiel: Sie ziehen gerne schöne Kleider an.  
Oder sie tragen besondere Kostüme.

Manche Menschen mögen verschiedene Spielarten.  
Das heißt: Sie möchten verschiedene Dinge ausprobieren.  
Zum Beispiel: Verschiedene Arten von Spielen.

Manche Menschen achten auf das Licht.  
Sie mögen es hell.  
Oder sie mögen es dunkel.

Auch die Atmosphäre ist wichtig.  
Das heißt: Die Stimmung im Raum ist wichtig.  
Manche mögen Musik.  
Andere mögen Ruhe.

Wünsche sind bei allen Menschen unterschiedlich.  
Sprechen Sie darüber, was Sie mögen.  
So fühlen sich alle wohl.

Abneigungen, Tabus und klare No-Gos

Manche Menschen mögen bestimmte Dinge nicht.
Das nennt man Abneigungen.
Jeder Mensch kann andere Abneigungen haben.

Es gibt Dinge, die sind verboten oder in einer Gruppe nicht erlaubt.
Das nennt man Tabus.
Tabus sind oft Regeln, die in einer Gesellschaft wichtig sind.
Zum Beispiel: In der Kirche darf man oft nicht laut sprechen.

Es gibt auch Dinge, die man auf keinen Fall machen darf.
Diese Dinge nennt man No-Gos.
No-Gos sind Sachen, die gar nicht gehen.
Zum Beispiel: Man beleidigt andere Menschen nicht.

Abneigungen, Tabus und No-Gos sind für jeden Menschen anders.
Es ist wichtig, darüber zu sprechen.
Dann weiß jeder, was erlaubt ist und was nicht.
Das hilft, Missverständnisse zu vermeiden.

Hier ist die Übersetzung in Leichte Sprache:

Ein Rahmen ist eine Abmachung.

Mehrere Menschen machen diese Abmachung zusammen.

Sie sprechen über bestimmte Dinge.

Zum Beispiel:
Wie lange soll etwas dauern?
Wo findet es statt?
Welche Hilfsmittel darf man benutzen?

Alle einigen sich auf diese Regeln.

Die Regeln gelten dann für alle.

Wie du über Sexualität sprechen und so ein Gespräch beginnen kannst, darüber erfährst du hier mehr.

Raum für Vielfalt & Austausch

Raum für Vielfalt & Austausch

BDSM lebt von Vertrauen, Kommunikation und Kreativität.

BDSM bedeutet: Menschen machen besondere Sachen miteinander.  
Zum Beispiel fesseln sie sich oder spielen Rollenspiele.

Dabei ist Vertrauen sehr wichtig.  
Vertrauen heißt: Du glaubst der anderen Person.  
Du fühlst dich sicher.

Auch Kommunikation ist wichtig.  
Kommunikation heißt: Ihr redet offen miteinander.  
Ihr sagt, was ihr möchtet oder nicht möchtet.

Kreativität ist auch wichtig.  
Kreativität heißt: Ihr habt zusammen neue Ideen.  
Ihr probiert verschiedene Sachen aus.

Manchmal ist etwas ungewohnt, lustig oder fühlt sich komisch an.  
Das ist normal und gehört dazu.  
Das ist egal, ob du Erfahrung hast oder nicht.

Wichtig zu wissen:

Du bist nicht allein mit deinen Vorlieben.  
Vorlieben sind das, was du gern magst.

In vielen Städten gibt es Treffen für Menschen wie dich.  
Diese Treffen heißen Stammtisch.  
Stammtisch bedeutet: Eine Gruppe von Menschen trifft sich und redet miteinander.

Diese Treffen sind oft an ganz normalen Orten.  
Du musst keine besondere Kleidung tragen.

Du kannst dich dort informieren.  
Du kannst andere Menschen treffen.  
Ihr könnt euch gegenseitig helfen und unterstützen.

Safewords & Kommunikation

Manche Menschen können nicht sprechen.  
Sie können zum Beispiel nicht sagen, wie es ihnen geht.  
Deshalb brauchen sie andere Möglichkeiten.  
Zum Beispiel können sie Geräusche benutzen.  
Sie können zum Beispiel einen Gegenstand auf den Boden fallen lassen.  
Dann macht der Gegenstand ein Geräusch.  
Alle Menschen im Raum hören das.  
So können sie auf sich aufmerksam machen.

Du kannst auch ein Ampelsystem benutzen. Oder du benutzt das Ampelsystem zusätzlich.

Grün: alles in Ordnung

Gelb: Grenze erreicht

Rot: sofort aufhören

Safewords & Kommunikation

Ein Safeword ist sehr wichtig.

Ein Safeword wird vorher klar vereinbart.

Wenn jemand das Safeword sagt, endet das Spiel sofort.
Es gibt keine Diskussion.

Oft sind Safewords neutrale Wörter.
Diese Wörter haben nichts mit Sex zu tun.

BDSM & psychische Gesundheit

BDSM & psychische Gesundheit

Studien haben Menschen untersucht, die BDSM machen.
BDSM ist ein Sammelwort für bestimmte sexuelle Praktiken.

Diese Studien zeigen:
Diese Menschen haben nicht mehr psychische Krankheiten als andere Menschen.

Manche Studien zeigen sogar Vorteile.
Zum Beispiel mehr Offenheit.
Oder gute Kommunikation.
Oder gleiche oder bessere seelische Stabilität.

Fach-Bücher beschreiben auch körperliche Wirkungen.
Nach einer BDSM-Szene kann der Stress im Körper sinken.
Das Stress-Hormon heißt Cortisol.

Viele Menschen erleben mehr Vertrauen.
Viele Menschen erleben mehr Nähe.
Viele Menschen erleben mehr Intimität mit ihrem Partner.

Wichtig sind klare Absprachen.
Wichtig sind Safe Words.
Safe Words sind Stopp-Wörter.

Wichtig ist auch Wissen über Risiken.
Das schützt die seelische Gesundheit.
Das schützt auch den Körper.

Spielzeuge, Kleidung & Vorbereitung

Besonders für Anfänger*innen gilt:

Es gibt keine Handlungen am Kopf.
Es gibt keine Handlungen am Hals.
Es gibt keine Handlungen am Nacken.

Man darf nichts benutzen, das Nerven abdrückt.
Man darf nichts benutzen, das Blutbahnen abdrückt.

Man darf nichts benutzen, das schwere Verletzungen verursachen kann.
Man darf nichts benutzen, das bleibende Verletzungen verursachen kann.

Spielzeuge, Kleidung & Vorbereitung

Als Spielzeug oder Kleidung kann vieles gelten.
Wichtig ist: Es macht allen Beteiligten Freude.

Alles muss vorher abgesprochen sein.
Alles muss sicher sein.

Es können verschiedene Dinge benutzt werden.
Zum Beispiel Seile.
Oder Augenbinden.
Oder Dinge zum Schlagen.
Oder Fesseln.
Oder Klammern.
Oder Sexspielzeuge.
Oder bestimmte Kleidungsstücke.

Ein wichtiger Teil der Vorbereitung ist der Safety Check.
Safety Check heißt: Sicherheits-Überprüfung.

Dabei geht es um Schutz vor Krankheiten beim Sex.
Zum Beispiel vor sexuell übertragbaren Infektionen.

Es geht auch um den Körper.
Man achtet bewusst auf mögliche Risiken.
Man will Verletzungen vermeiden.

Sex & Drogen

Drogen können Lust steigern, Hemmungen senken und sexuelle Erfahrungen verändern, indem sie z.B. Schmerzen reduzieren (bei Praktiken wie Fisting oder BDSM), das Selbstbewusstsein steigern oder Intimität und Nähe intensivieren. Gleichzeitig erhöhen sie Risiken von ungeschütztem Sex bis hin zu Grenzverletzungen.

Chemsex

Hier ist die Übersetzung in Leichte Sprache:

Beim Chemsex nehmen Menschen Drogen.  
Diese Drogen nehmen sie beim Sex.  
Vor allem Männer, die Sex mit Männern haben, machen das oft.  
Das nennt man auch: MSM-Community.  
Diese Abkürzung steht für: Männer, die Sex mit Männern haben.

Chemsex gibt es seit den 1990er Jahren.  
Das ist jetzt schon über 30 Jahre her.

Chemsex verbreitet sich auch über Dating-Apps.  
Mit diesen Apps können sich Menschen zum Sex verabreden.  
Dadurch treffen sich mehr Menschen zum Chemsex. 

Häufig genutzte Substanzen:

  • Methamphetamin (Crystal, Meth, Tina, Ice),
  • GHB/GBL (KO-Tropfen, Liquid Ecstasy),
  • Ketamin (Keta, Special K),
  • Mephedron (M-CAT, Meow Meow, Bubbles, Subcoca).

Chemsex ist Sex mit mehreren Menschen.  
Oft dauert der Sex beim Chemsex sehr lange.  
Manche Menschen haben beim Chemsex keine Probleme.  
Aber Chemsex kann der Gesundheit schaden.  
Beim Chemsex kann man sich mit Krankheiten anstecken.  
Man kann von den Drogen abhängig werden.  
Manche Menschen fühlen sich schlecht oder traurig nach dem Chemsex.  
Chemsex kann körperlich und seelisch belasten.  
Denke gut darüber nach, bevor du Chemsex machst.

Sexualisierter Drogenkonsum außerhalb der MSM-Community

Auch Menschen außerhalb der MSM-Community nehmen Drogen beim Sex.

Das nennt man sexualisierter Drogenkonsum.

MSM bedeutet: Männer, die Sex mit Männern haben.

Es gibt aber auch andere Menschen, die beim Sex Drogen nehmen.

Die Gründe dafür sind unterschiedlich.

Auch der Zusammenhang ist anders als bei Chemsex.

Chemsex bedeutet: Männer nehmen bestimmte Drogen, um Sex zu erleben.

Aber: Die Risiken sind oft ähnlich.

Risiken sind zum Beispiel: gesundheitliche Schäden, Abhängigkeit oder Probleme mit der Polizei.

Es ist wichtig, die Risiken zu kennen.

Bitte passe auf dich auf.

Verhaltensempfehlungen

Lese bitte alle wichtigen Informationen.  
Manche Dinge können Nebenwirkungen haben.  
Nebenwirkungen sind unerwünschte Folgen.  
Zum Beispiel kann ein Medikament Kopfschmerzen machen.  
Oder du bekommst einen Ausschlag auf der Haut.

Du kannst auf dieser Internet-Seite nachlesen.  
Es gibt auch noch andere Internet-Seiten.  
Du findest sie weiter unten auf dieser Seite.  
Dort bekommst du mehr Informationen zu Risiken und Nebenwirkungen.

Plane die Sitzungen.
Überlege, wie lange die Sitzungen dauern.
Überlege, wie oft ihr euch trefft.
Plane Pausen ein.
Pausen sind wichtig.

Achte auf Impfungen (Hepatitis A/B, Meningokokken C).

Lass dich regelmäßig auf STIs testen.

Nutze Safer-Sex-Strategien (PrEP, Kondome).

Teile keine Utensilien wie Spritzen.

Manche Drogen nimmt man mit Spritzen.

Plane Dosierungen vorher.

Plane Pausen vorher.

Bitte stelle sicher:  
Alle Menschen müssen zustimmen können.  

Das bedeutet:  
Alle sagen „Ja“.  

Niemand wird gezwungen.  

Alle wissen genau, was passiert.  

Alle verstehen, worum es geht.  

Alle sind alt genug, um zuzustimmen.  

Nur dann ist es in Ordnung.

Formuliere und respektiere Grenzen.

Erkläre anderen Menschen, was du möchtest.
Sag auch, was du nicht möchtest.
Das nennt man: Grenzen setzen.

Respektiere die Wünsche von anderen Menschen.
Das bedeutet: Akzeptiere ein "Nein".
Grenzen sind wichtig.
Grenzen helfen, dass du dich wohlfühlst.
Grenzen helfen auch anderen Menschen.

Jeder Mensch darf seine eigenen Grenzen haben.
Wenn jemand "Stopp" sagt, halte dich daran.
So fühlen sich alle sicher.

Risiken beim Sex unter Drogeneinfluss

Du spürst mit Drogen weniger Schmerzen.

Das kann gefährlich sein.

Das Risiko, sich mit einer STI zu infizieren, steigt bei unsicherem Sex.

STI ist die Abkürzung für: Sexuell übertragbare Infektion.

Wechselwirkungen mit Medikamenten (z. B. PrEP, ART)

Drogen mischen kann gefährlich sein.

Du kannst abhängig werden.

Deine Stimmung kann sich verändern.

Du kannst dich schämen.

Sex ohne Drogen macht vielleicht weniger Spaß.

Chemsex bedeutet: Menschen haben Sex und nehmen dabei bestimmte Drogen.

Studien zeigen: Chemsex kann schlecht für die Psyche sein.

Viele Menschen fühlen sich dann traurig oder ängstlich.

Manche Menschen bekommen vor Angst große Panik.

Manche Menschen denken: Andere sind böse oder verfolgen mich. Das nennt man Paranoia.

Manchmal erleben Menschen beim Chemsex Sex, den sie nicht wollen. Das nennt man: nicht-konsensuell. Das heißt, eine Person will etwas nicht oder hat nicht zugestimmt.

Diese Erfahrungen können schlimme Folgen haben. Zum Beispiel kann ein Mensch ein Trauma bekommen. Ein Trauma ist eine sehr schlimme Erfahrung, die lange im Kopf bleibt.

Manche Menschen denken nach Chemsex auch daran, sich das Leben zu nehmen. Das nennt man: Suizidgedanken.

Wenn Menschen oft Chemsex machen, kann das noch andere Probleme machen.

Zum Beispiel können Menschen süchtig werden.

Sie bekommen danach schlechte Stimmung. Sie fühlen sich vielleicht sehr leer oder traurig, wenn der Rausch vorbei ist.

Viele Menschen können dann ohne Drogen keinen schönen Sex mehr haben.

Das ist schlecht für das eigene Selbstwertgefühl. Man denkt: Ich bin nicht gut genug.

Beziehungen können darunter leiden. Zum Beispiel gibt es mehr Streit oder Missverständnisse.

Auch im Alltag kann Chemsex Probleme machen. Man trifft sich vielleicht seltener mit Freunden oder nimmt nicht mehr am sozialen Leben teil.

Diese Probleme sind für viele Menschen eine große Belastung.

Februar, 2026

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