Endometriose
Zeit zur Reflektion
Dein Wissen über Endometriose
Ungefähr 2 bis 20 von 100 Menschen mit Gebärmutter haben Endometriose.
Endometriose ist also häufig.
Vielleicht kennst du das Wort nicht.
Endometriose ist eine Krankheit.
Viele Menschen haben sie.
Weißt du etwas über Endometriose?
Weißt du, was Endometriose ist?
Wie kann Endometriose aussehen?
Kennst du jemanden, mit Endometriose?
Endometriose ist eine Krankheit.
Viele Menschen mit Gebärmutter haben Endometriose.
Die Krankheit ist sehr häufig.
Man kann Endometriose behandeln.
Aber Endometriose kann man nicht ganz heilen.
Weltweit haben ungefähr 270 Millionen Menschen Endometriose.
Endometriose bekommen oft Menschen mit Gebärmutter.
Das sind vor allem Menschen zwischen der Pubertät und den Wechseljahren.
Die Pubertät ist, wenn dein Körper erwachsen wird.
Die Wechseljahre sind, wenn du keine Kinder mehr bekommen kannst.
Zwischen 2 und 20 von 100 Menschen mit Gebärmutter im gebärfähigen Alter haben Endometriose.
Das bedeutet: Fast jeder zehnte Mensch mit Gebärmutter ist betroffen.
Manche Menschen haben auch nach den Wechseljahren noch Endometriose.
Die Beschwerden können also lange bleiben.
Nicht alle Menschen mit Endometriose haben Schmerzen oder Probleme.
Etwa die Hälfte der Betroffenen braucht eine Behandlung.
Die andere Hälfte hat keine Beschwerden.
Für alle:
Wenn du Schmerzen hast oder Fragen, sprich mit deinem Arzt oder deiner Ärztin.
Endometriose ist eine Krankheit.
Viele Ärztinnen und Ärzte erkennen diese Krankheit nicht sofort.
Viele Menschen wissen lange nicht, dass sie Endometriose haben.
Im Durchschnitt dauert es 6 bis 8 Jahre,
bis eine Ärztin oder ein Arzt Endometriose erkennt.
Das bedeutet: Die betroffenen Personen haben viele Jahre Beschwerden.
Diese Menschen haben oft starke Schmerzen.
Sie sind deswegen oft sehr traurig oder gestresst.
Ihr Alltag ist deswegen für sie oft sehr schwer.
Die Krankheit macht viele Dinge im Leben schwieriger.
Was passiert bei Endometriose?
Bei der Krankheit Endometriose wächst besonderes Gewebe im Körper einer Frau.
Das Gewebe sieht aus wie die Schleimhaut, die normalerweise in der Gebärmutter ist.
Dieses besondere Gewebe wächst aber nicht in der Gebärmutter.
Es wächst an anderen Stellen im Körper.
Das Gewebe kann fast überall im Körper sein.
Am häufigsten ist das Gewebe im Bauch, in den Eileitern, in den Eierstöcken und am Steißbein.
Manchmal ist es sogar in der Lunge. Das passiert aber sehr selten.
Man nennt die Stellen, wo dieses Gewebe wächst, Endometrioseherde.
Die Endometrioseherde können bluten, genau wie die Gebärmutterschleimhaut.
Das Bluten kann Beschwerden verursachen. Dazu gehören zum Beispiel Schmerzen.
Die Endometrioseherde können auch Narben machen.
Diese Beschwerden und Narben entstehen, weil das Gewebe nicht an seinem normalen Platz wächst.
Symptome
Es gibt viele Unterschiede bei den Beschwerden.
Manche Menschen merken fast nichts.
Andere Menschen haben große Probleme.
Viele Menschen haben diese Beschwerden:
starke Schmerzen vor und während der Periode
Unterleibsschmerzen,
auch unabhängig von der Menstruation
Zwischenblutungen und sehr starke Menstruation
Schmerzen im Bauch und Rücken
Schmerzen beim Sex oder danach
Schmerzen bei Frauenarzt oder Frauenärztin
Schmerzen und Blutungen beim Stuhlgang und/oder Urinieren
Übelkeit, Erbrechen
Blähungen, Durchfall, Verstopfung
Endometriose kann es schwieriger machen, schwanger zu werden.
Das heißt: Menschen mit Endometriose bekommen manchmal kein Kind.
Viele Menschen mit Endometriose fühlen sich oft traurig oder gestresst.
Sie sind manchmal sehr müde.
Manche Menschen bekommen auch eine Depression.
Depression bedeutet: Man ist oft traurig, hat wenig Kraft und keine Freude mehr.
Diese Probleme kommen oft zusammen mit den Schmerzen bei Endometriose.
Achte gut auf dich.
Vielleicht spürst du bestimmte Anzeichen bei dir.
Das nennt man Symptome.
Wenn du solche Symptome hast, ist das wichtig.
Sprich dann mit einer Ärztin oder einem Arzt.
Sage der Ärztin oder dem Arzt, was du vermutest.
Das heißt: Sag, warum du glaubst, dass du krank bist.
So kann dir die Ärztin oder der Arzt besser helfen.
Diagnose
Im Durchschnitt dauert es 6 bis 8 Jahre, bis sie die richtige Diagnose bekommen.
Das bedeutet: Sie müssen oft sehr lange warten, bis der Arzt weiß, was sie haben.
Der Grund dafür sind die Symptome.
Symptome sind Zeichen dafür, dass jemand krank ist.
Die Symptome bei dieser Krankheit sind sehr verschieden.
Oft kann man nicht sofort sagen, was die Krankheit ist.
Deshalb bekommen viele Menschen zuerst eine andere Diagnose.
Zum Beispiel sagt der Arzt: Du hast PMS.
PMS heißt: Prämenstruelles Syndrom.
Oder der Arzt sagt: Es sind psychische Probleme.
Das passiert oft, bevor die richtige Krankheit erkannt wird.
Die Ärztin oder der Arzt untersucht einen genau.
Das nennt man Diagnostik.
So geht die Untersuchung:
Man spricht mit der Ärztin oder dem Arzt.
Man erzählt, wie Sie sich fühlen.
Man sagt, ob und wo Sie Schmerzen haben.
Die Ärztin oder der Arzt tastet die Vagina ab.
Die Ärztin oder der Arzt tastet auch den Enddarm ab.
Die Ärztin oder der Arzt macht einen Ultraschall.
Der Ultraschall ist ein Bild von innen.
Der Ultraschall wird an der Vagina und dem Bauch gemacht.
Manchmal sind noch andere Untersuchungen nötig.
Zum Beispiel ein MRT.
Das ist ein besonderes Röntgenbild.
Oder eine Untersuchung vom Darm mit einer Kamera.
Das nennt man Darmspiegelung.
Um ganz genau zu wissen, ob es Endometriose ist
muss meistens eine Operation gemacht werden.
Bei der Operation nimmt die Ärztin oder der Arzt ein kleines Stück Gewebe aus dem Becken.
Das Gewebe wird im Labor untersucht.
So kann die Ärztin oder der Arzt sicher wissen,
ob es Endometriode ist.
Behandlung
Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten für eine Behandlung.
Welche Behandlung passt, hängt von den Beschwerden ab.
Beschwerden nennt man auch Symptome.
Es gibt zum Beispiel diese Behandlungen:
- Eine Operation.
Ein Arzt kann eine Operation machen, um zu helfen. - Schmerz-Therapie mit Medikamenten.
Man kann Tabletten bekommen, um weniger Schmerzen zu haben. - Hormon-Therapie.
Man kann Medikamente bekommen, die die Hormone verändern. - Ernährung.
Was man isst, kann helfen. - Psycho-Therapie.
Man kann mit einer Therapeutin sprechen.
Das hilft bei Problemen mit der Seele. - Bewegungs- und Entspannungs-Therapie.
Man kann Übungen machen, die den Körper oder die Seele entspannen.
Die richtige Behandlung ist für jede Person anders.
Es kommt darauf an, wie stark die Beschwerden sind.
Auch das Leben von jeder Person ist anders.
Deshalb muss man gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen:
Welche Behandlung hilft am besten?
Endometriose & Sexualität
Sexualität kann durch Endometriose beeinflusst werden.
Viele Menschen mit Endometriose haben Schmerzen beim Sex.
Vor allem bei Sex mit Penetration, also wenn etwas in die Vagina eingeführt wird, tut es oft weh.
Es ist wichtig, offen miteinander zu reden.
über Gefühle und Wünsche.
Gemeinsam neue Wege ausprobiert werden.
Es gibt andere Arten von Sexualität, die keine Schmerzen machen.
Zum Beispiel: zärtliche Berührungen, Massagen oder Kuscheln.
Jeder Mensch ist anders.
Probier aus, was gut tut.
So kann man auch mit Endometriose schöne Sexualität erleben.
Übrigens:
Forscher haben Untersuchungen gemacht.
Sie haben Menschen mit Penis gefragt.
Diese Menschen sind die Partner von Menschen mit Endometriose.
Die Forscher wollten wissen:
Sind diese Menschen beim Sex anders zufrieden?
Sind sie anders erregt?
Haben sie anders einen Orgasmus?
Die Antwort ist Nein.
Die Partner mit Penis sind genauso zufrieden beim Sex.
Sie empfinden gleich viel Erregung.
Sie haben genauso einen Orgasmus.
Endometriose macht keinen Unterschied für sie.