Ungeplante Schwangerschaft & Elternzeit

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Manchmal passiert es, dass jemand schwanger wird.
Auch wenn man sehr vorsichtig ist.
Das kann passieren, weil kein Verhütungsmittel 100 Prozent sicher ist.

Wenn jemand ungeplant schwanger ist, ist das oft ein Schock.
 

Dann hat man viele Fragen. Zum Beispiel:

Soll ich das Kind bekommen?

Kann ich für das Kind sorgen?

Ist jetzt der richtige Zeitpunkt, mein Leben zu verändern?

Soll das Kind von anderen Menschen adoptiert werden?

Oder ist es besser, die Schwangerschaft zu beenden?

Diese Entscheidungen muss die schwangere Person alleine treffen.
Der Partner oder die Partnerin kann helfen.
Aber andere Leute sollten keinen Druck machen.

Es ist normal, dass man sich unsicher fühlt.
Viele Leute haben eine Meinung zu dem Thema.
Es gibt viele Diskussionen in der Politik und in der Gesellschaft.

Es ist wichtig, dass es einen Ort gibt, wo man alle Fragen stellen darf.
Man kann dort offen reden.
Niemand bewertet einen.
Man bleibt anonym.

Es gibt neutrale Beratung bei profamilia.
Zum Beispiel zu Themen wie:
   • Schwangerschaftsabbruch
   • Geld
   • Elternsein
   • Hilfe im Alltag

Abtreibung

Schwangerschaftsabbruch

Es geht um das Thema Abtreibung. Manche Inhalte können schwer oder belastend sein. Der Text kann Gefühle auslösen. Es ist wichtig, gut auf sich selbst zu achten. Möchtest du mit dem Thema fortfahren?

Was ist ein Schwangerschaftsabbruch?

Was ist ein Schwangerschaftsabbruch?

Ein Schwangerschaftsabbruch wird auch Abtreibung genannt.

Für viele Menschen ist das ein sensibles Thema.

Diese Seite gibt einen Überblick.

Wer mehr wissen möchte, kann mit einer Beratungsstelle sprechen.
Dort gibt es Hilfe bei persönlichen Fragen und in besonderen Lebenslagen.

Eine Abtreibung wird so definiert:

Ein Schwangerschaftsabbruch ist die absichtlich herbeigeführte, vorzeitige Beendigung einer Schwangerschaft.

Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Statistik


Ca. 100.000 Schwangerschaftsabbrüche gab es in Deutschland 2024.

Rechtliche Einordnung

Ein Schwangerschaftsabbruch ist in Deutschland unter bestimmten Bedingungen erlaubt.

Er ist straffrei, wenn es einen medizinischen Grund gibt.
Oder wenn ein Verbrechen wie Vergewaltigung passiert ist.
Oder wenn die Person vorher eine Beratung bekommen hat.

Das steht im Gesetz (§ 218a Strafgesetzbuch).

Beratungsregelung

Was gilt bei einem Schwangerschaftsabbruch nach der Beratungsregel?

  1. Vor dem Abbruch muss die schwangere Person zu einer staatlich anerkannten Beratungsstelle gehen.
    Das muss mindestens 3 Tage vor dem Eingriff passieren.
  2. Die Beratung soll ermutigen, die Schwangerschaft fortzusetzen.
    Aber: Die Entscheidung trifft allein die schwangere Person.
  3. Zwischen der Beratung und dem Eingriff müssen mindestens 3 Tage liegen.
  4. Die Beratungsstelle gibt eine Bescheinigung.
    Diese Bescheinigung muss der Praxis vorgelegt werden, die den Abbruch macht.

Der Abbruch muss in den ersten 12 Wochen nach der Empfängnis passieren.
Das entspricht der 14. Schwangerschaftswoche.

Die Person, die berät, darf den Abbruch nicht selbst durchführen.

Medizinische Indikation

Medizinische Gründe

  • Wenn das Leben der schwangeren Person in Gefahr ist.

  • Oder wenn die Gesundheit der schwangeren Person stark gefährdet ist.
    Das kann den Körper betreffen.
    Oder die Seele.

In diesen Fällen ist der Abbruch auch nach der 14. Schwangerschaftswoche erlaubt.

kriminologische Indikation

Kriminologische Gründe

Wenn die Schwangerschaft durch ein Sexualverbrechen entstanden ist
– zum Beispiel durch eine Vergewaltigung –

dann ist ein Abbruch bis 12 Wochen nach der Empfängnis straffrei.

Sonderfälle

  • Wenn der Abbruch nach der 14. Woche, aber noch vor der 22. Woche passiert
    und vorher eine Beratung stattgefunden hat,
    dann ist die schwangere Person nicht strafbar.

Aber: Die Ärztin oder der Arzt, die den Abbruch durchführen,
machen sich in diesem Fall strafbar.

  • Wenn die schwangere Person in einer sehr schweren Notlage war,
    kann das Gericht auf eine Strafe verzichten.

Ablauf

Ein Abbruch kann mit einer Operation gemacht werden.
Oder mit Medikamenten.

Nicht jede Arztpraxis bietet beides an.

Welche Methode passt, hängt von verschiedenen Dingen ab:

  • vom Ort und den dortigen Regeln

  • von der Schwangerschaftswoche

  • und vom Gesundheitszustand der schwangeren Person

Das sollte immer mit einer Ärztin oder einem Arzt besprochen werden.

Medikamente

Dabei werden zwei Medikamente eingenommen:
Mifepriston und Misoprostol.

Diese Medikamente lösen eine Blutung aus.
In den meisten Fällen endet dadurch die Schwangerschaft.

Manchmal ist danach noch eine Ausschabung nötig.

Ein Abbruch mit Medikamenten wird meistens früh in der Schwangerschaft gemacht.

Absaugung

Operativ

Bei der Absaugung wird die Gebärmutter geleert.
Dafür wird ein dünnes Röhrchen mit Unterdruck verwendet.

Der Eingriff dauert nur wenige Minuten.
Er ist sehr sicher.

Kosten

Die Beratung ist kostenlos.

Ein medikamentöser Abbruch ist meist günstiger als eine Operation.

Insgesamt kostet ein Abbruch zwischen 300 und 700 Euro.

Manchmal übernimmt die Krankenkasse die Kosten.
Das hängt vom Einkommen der schwangeren Person ab.

Gesellschaftliche Diskussion

Das Thema Abtreibung wird in der Gesellschaft stark diskutiert.

Die Meinungen dazu sind sehr unterschiedlich.
Viele Menschen haben dazu starke Gefühle.

Pro-Choice

Was sagen Menschen, die Abtreibungen befürworten?

Sie sagen: Jede Frau soll selbst über ihren Körper entscheiden dürfen.

Niemand darf zur Mutterschaft gezwungen werden.
Ein Verbot von Abtreibung kann das Leben und den Beruf stark einschränken.

Feministische und menschenrechtliche Gruppen sagen:
Ein sicherer Schwangerschaftsabbruch gehört zu den Frauenrechten.
Und zur Gleichstellung.

Alle sollen selbst entscheiden können,
ob sie Kinder bekommen wollen oder nicht.
Und sie sollen Kinder unter guten Bedingungen erziehen können.

Pro-Life

Was sagen Menschen, die gegen Abtreibung sind?

Sie sehen Abtreibung als moralisch falsch.
Für sie ist es das Töten eines ungeborenen Lebens.

Sie sprechen von der Würde oder dem Wert des Fötus.
Also des ungeborenen Kindes.

In vielen Ländern spielen Religionen dabei eine große Rolle.
Dort gilt das ungeborene Leben oft als heilig.
Und es gibt unterschiedliche Vorstellungen,
ab wann menschliches Leben beginnt.

Was zeigt die Forschung?

Die Meinungen zu Abtreibung sind oft nicht nur „dafür“ oder „dagegen“.

Viele Menschen machen ihre Meinung von der Situation abhängig.

Zum Beispiel:

  • nach einer Vergewaltigung

  • bei starker Armut

  • oder bei Gesundheitsgefahr für die schwangere Person.

Ein Abbruch ist eine persönliche Entscheidung.
Es gibt viele unterschiedliche Gründe dafür.

Diese Entscheidung sollte allein bei der schwangeren Person liegen.

Jeder Mensch hat das Recht,
selbst über den eigenen Körper zu entscheiden.

Februar, 2026

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Quellen

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