Übertragung, Symptome, Behandlung
Viele sexuell übertragbare Infektionen
kurz STI
machen keine Beschwerden.
Trotzdem können sie an andere Menschen weitergegeben werden.
Wer sexuell aktiv ist oder war,
sollte sich auch ohne Symptome testen lassen.
So kann man sich selbst und andere schützen.
Übrigens:
Wenn hier von Penis oder Vagina die Rede ist,
sind alle Formen gemeint.
Also sowohl Cis-Penis als auch Neo-Penis
und sowohl Cis-Vagina als auch Neo-Vagina.
Denn auch nach einer Hormonbehandlung oder Operation
kann man eine STI bekommen oder weitergeben.
Das Risiko bleibt bestehen.
Chlamydien
Informationen
Übertragungswege:
Schleimhautkontakt
Vaginal-, Anal- oder Oralsex
Übertragung auch bei der Geburt möglich
Symptome:
Oft keine Beschwerden
Manchmal Brennen beim Wasserlassen, Schmerzen beim Sex oder veränderte Periode
Später möglich: Entzündungen im Beckenbereich, verklebte Eileiter oder Samenleiter, Unfruchtbarkeit, erhöhtes Risiko für Frühgeburten
Behandlung:
Manchmal heilt die Infektion von selbst
Oft helfen Antibiotika
Schutz:
Kondome und Lecktücher verringern das Risiko einer Ansteckung
Gonorrhoe (Tripper, Gonokokken)
Informationen
Übertragungswege:
Schleimhautkontakt
Schmierinfektion
Vaginal-, Anal- oder Oralsex
Übertragung auch bei Geburt oder Petting möglich
Symptome:
Oft keine Beschwerden
Menschen mit Penis:
„Bonjour-Tropfen“ (eitriger Ausfluss am Morgen),
Schmerzen beim Wasserlassen,
Entzündungen,
Juckreiz,
Brennen
Menschen mit Vulva:
Gelblicher, eitriger Ausfluss,
Blutungsstörungen,
Unterleibsschmerzen
Behandlung:
Antibiotika
Schutz:
Kondome und Lecktücher verringern das Risiko einer Ansteckung
Sonstiges:
Tritt häufig gemeinsam mit Chlamydien oder Trichomonaden auf
Syphilis
Informationen
Übertragungswege:
Genital-, Anal- oder Oralsex
Küsse
Übertragung bei der Geburt
Petting
Drogenkonsum mit gemeinsamen Nadeln (intravenös)
Schleimhautkontakt
Schmierinfektion
Symptome:
Drei Stadien:
- Kleines Geschwür im Genitalbereich, geschwollene Lymphknoten
- Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen, Hautausschläge an Handflächen und Bauch, Belag auf der Zunge
- Geschwüre am ganzen Körper, Schädigung von Organen und Nerven (möglich: Taubheit, Erblindung, geistiger Verfall)
Ohne Behandlung kann die Infektion nach etwa 3 Jahren tödlich enden
Behandlung:
Antibiotika
Schutz:
Kondome und Lecktücher verringern das Risiko einer Ansteckung
Sonstiges:
Anonyme Meldepflicht beim Gesundheitsamt
Herpes genitales
Informationen
Übertragungswege:
Genital-, Anal- oder Oralsex
Küsse
Übertragung bei der Geburt
Petting
Drogenkonsum mit gemeinsamen Nadeln (intravenös)
Schleimhautkontakt
Schmierinfektion
Symptome:
Schmerzhafte Bläschen mit Flüssigkeit
Sehr ansteckend
Oft Kribbeln als erstes Anzeichen
Behandlung:
Die Bläschen heilen von selbst ab
Medikamente können helfen
Salben lindern die Beschwerden
Schutz:
Kondome und Lecktücher verringern das Risiko einer Ansteckung
Sonstiges:
Nach der ersten Ansteckung bleibt das Virus für immer im Körper
HPV (Humane Papilloma Viren)
Informationen
Übertragungswege:
Sexueller Kontakt jeder Art
Symptome:
Je nach HPV-Typ unterschiedlich
Feigwarzen im Genital- oder Analbereich (bedeuten nicht automatisch Krebs)
Blutungen außerhalb der Periode
Manche HPV-Typen können Krebs auslösen:
z. B. an Gebärmutterhals, Penis oder After
Behandlung:
Feigwarzen können entfernt werden
Schutz:
Impfung möglich
Kondome und Lecktücher verringern das Risiko
bieten aber keinen vollständigen Schutz
Sonstiges:
60–80 % der sexuell aktiven Menschen haben im Laufe ihres Lebens HPV
Das Virus verschwindet oft von selbst, ohne bemerkt zu werden
Condylome (Feigwarzen)
Informationen
Übertragungswege:
Hautschuppen
Symptome:
Oft keine Beschwerden
Kleine spitze Warzen im Mund-, Genital- oder Analbereich
Später möglich: juckende Ekzeme, Hautgeschwulste
Behandlung:
Operative Entfernung
Behandlung mit Säure auf der betroffenen Stelle
Salben
Schutz:
Impfung möglich
Übertragung auch mit Kondom und Lecktuch möglich
Sonstiges:
Diese Warzen werden durch bestimmte HPV-Typen verursacht
HIV (Humanes Immunschwäche Virus)/ AIDS (Immunschwäche Krankheit)
Informationen
Übertragungswege:
Schleimhautkontakt
Sperma
Vaginal- und Darmsekret
Blut
Übertragung auch bei Geburt und über Muttermilch
Vaginal-, Anal- oder Oralsex
Gemeinsame Nutzung von Sextoys
Teilen von Spritzen
Symptome:
Oft keine Beschwerden
Am Anfang manchmal grippeähnliche Symptome
Bei AIDS: viele unterschiedliche Beschwerden durch andere Infektionen
Behandlung:
Medikamente
PrEP (zum Schutz vor einer Ansteckung)
PEP (nach möglichem Kontakt mit HIV)
Schutz:
Kondome und Lecktücher verringern das Risiko einer Ansteckung
Sonstiges:
HIV ist nicht heilbar, aber gut behandelbar
Anonyme Meldepflicht beim Gesundheitsamt
Filzläuse
Informationen
Übertragungswege:
Körperkontakt
Kuscheln
Sex
Symptome:
Starker Juckreiz
Kleine blaue Flecken auf der Haut
Braune Flecken auf der Kleidung (Lausekot)
Behandlung:
Spezielle Shampoos oder Cremes
Auskämmen mit einem Läusekamm
Rasieren der betroffenen Körperstellen
Textilien bei mindestens 60 Grad waschen
Oder 4 Wochen luftdicht in einem Beutel lagern
Scabies (Krätze)
Informationen
Übertragungswege:
Enger Hautkontakt
Geteilte Kleidung
Stofftiere
Handtücher
Polstermöbel wie Sofas
Symptome:
Juckende Knötchen und Pusteln
Besonders starker Juckreiz in der Nacht
Behandlung:
Salbe gegen Milben
Isolation für eine bestimmte Zeit
Textilien bei mindestens 60 Grad waschen
Sonstiges:
Tritt Krätze (Scabies) in Gemeinschaftseinrichtungen auf,
muss das Gesundheitsamt informiert werden
Trichomonaden (Parasiten)
Informationen
Übertragungswege:
Schmierinfektion
Vaginal-, Anal- oder Oralsex
Übertragung bei der Geburt möglich
Symptome:
Fast nur bei Menschen mit Gebärmutter
Unangenehm riechender, grünlich-schaumiger Ausfluss
Brennen beim Wasserlassen
Schmerzen beim Sex
Später möglich: Unfruchtbarkeit, Komplikationen vor und während der Geburt
Behandlung:
Antibiotika
Schutz:
Kondome und Lecktücher verringern das Risiko einer Ansteckung
Hepatitis A/B/C
Informationen
Übertragungswege:
Hepatitis A: fäkal-oral, zum Beispiel durch verunreinigtes Trinkwasser, Lebensmittel oder Schmierinfektion
Hepatitis B: Schmierinfektion, Sperma, Blut, Speichel, Vaginalsekret, Drüsenflüssigkeit, Urin
Hepatitis C: Blut-zu-Blut-Kontakt
Symptome:
Kopf- und Gliederschmerzen
Übelkeit
Fieber
Gelbsucht
Hepatitis B zusätzlich:
Müdigkeit
Abgeschlagenheit
Appetitlosigkeit
Hepatitis B & C (später, selten):
Leberzirrhose
Leberkrebs
Behandlung:
Hepatitis A: Keine Therapie verfügbar
Hepatitis B: Keine spezifische Therapie
Hepatitis C: Behandlung mit Medikamenten möglich
Schutz:
Impfung gegen Hepatitis A und B
Kondome und Lecktücher verringern das Risiko einer Ansteckung
Sonstiges:
Meldepflicht beim Gesundheitsamt
Candidose (Pilzerkankung)
Informationen
Übertragungswege:
Übertragung auf andere ist eher selten
Zu viel oder zu wenig Intimhygiene kann den pH-Wert verändern
Das schafft gute Bedingungen für Pilze
Sex
Einnahme von Antibiotika
Symptome:
Juckreiz
Hautausschlag
Entzündungen
Ausfluss
Behandlung:
Cremes oder Salben
Vaginalzäpfchen oder Tabletten
Sonstiges:
Candida-Pilze leben bei allen Menschen auf Haut und Schleimhäuten
Nur wenn sie sich stark vermehren, können sie Beschwerden machen
Das passiert zum Beispiel bei geschwächtem Immunsystem oder durch zu viel Hygiene
Dann können sie auch sexuell übertragen werden
Affenpocken MPOX
Informationen
Übertragungswege:
Haut- oder Schleimhautkontakt
Schmierinfektion
Kontakt mit Wundsekret
Kuscheln, Petting
Oral-, Anal- und Vaginalsex
Symptome:
Schmerzhafte Hautveränderungen:
Ausschlag, Knötchen, Bläschen, Wunden, Pusteln, Schorf
Später möglich: Narben nach der Wundheilung
Behandlung:
Heilt meist von selbst ab
Impfung möglich – auch nach einer Ansteckung
Schutz:
Impfung
Kondome und Lecktücher verringern das Risiko einer Ansteckung
Mykoplasmen
Informationen
Übertragungswege:
Schmierinfektion
Schleimhautkontakt
Vaginal-, Anal- oder Oralsex
Petting
Sextoys
Übertragung bei der Geburt möglich
Symptome:
Oft keine Beschwerden
Später möglich:
Starke Schmerzen im Unterleib
Harnwegsinfektionen
Entzündungen an Gebärmutter, Eileitern oder Eierstöcken
Oder an Samenleitern, Prostata oder Nebenhoden
Unfruchtbarkeit
Behandlung:
Antibiotika
Schutz:
Kondome und Lecktücher verringern das Risiko einer Ansteckung