Lebensphasen

Aufrufe

Sexualität ist für alle Menschen wichtig.  
Sie gehört zu jedem Leben dazu.  
Sexualität bleibt immer wichtig. Egal, wie alt du bist.

Sexualität bedeutet mehr als nur Sex.  
Sexualität hat viele Seiten.  
Dazu gehören Körper, Gefühle und Beziehungen.  
Auch deine Kultur spielt eine Rolle.  
Sexualität verändert sich mit dem Leben.  
Zum Beispiel, wenn du älter wirst.  
Oder, wenn du neue Erfahrungen machst.

Jeder Mensch erlebt Sexualität anders.  
Jede Person mag etwas anderes.  
Es gibt viele Arten, Sexualität zu leben.  
Deshalb findest du hier viele Informationen.  
Zum Beispiel über Geschlechts-Identitäten.  
Oder über Beziehungen.  
Und über verschiedene Arten von Sex.

Auf dieser Internet-Seite geht es um verschiedene Lebens-Abschnitte.  
Jede Lebensphase ist besonders.  
Du bekommst Tipps und Hinweise.  
Die Seite hilft dir, eigene Entscheidungen zu treffen.  
Es geht auch um Hilfe und Schutz.  
Und um Vielfalt.  
Jede Sexualität ist okay, solange alle damit einverstanden sind.

Neugier, Körperwissen und Schutz

Kindheit

Kinder entdecken ihren Körper schon früh.
Kinder sind neugierig.
Kinder lernen auch, was Scham ist.
Scham bedeutet: Ein unangenehmes Gefühl.
Kinder lernen, was ihre eigenen Grenzen sind.

Kinder merken schon ab 2 Jahren:
Es gibt Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen.
Ab 3 Jahren stellen Kinder viele Fragen.
Zum Beispiel: Warum ist etwas so?

Sexual-Erziehung ist sehr wichtig.
Sexual-Erziehung heißt:
Kinder lernen über ihren Körper.
Sexual-Erziehung ist nicht nur ein Gespräch.
Man soll immer wieder mit Kindern über den Körper reden.

Schon im Kindergarten-Alter ist das wichtig.
Kinder sollen die Namen für alle Körper-Teile kennen.
Kinder sollen lernen:
Sie dürfen Nein sagen.
Sie dürfen sagen, was sie fühlen.
Kinder sollen wissen:
Niemand darf ihnen weh tun.

Diese Informationen sind sehr wichtig für Kinder.
Sie helfen, dass Kinder sich sicher fühlen.
 

Das heißt für Bezugspersonen:

Gib den Kindern offene und kurze Antworten auf ihre Fragen.

Mach das Kind dabei nicht verlegen und schäm dich nicht.

Benutz zum Beispiel richtige Wörter für Körper-Teile

Zum Beispiel sagst du Penis und Vulva statt Kiki oder Muschi.

So lernen Kinder die richtigen Begriffe.

Das ist wichtig.

Es gibt Regeln für Nähe und Distanz.  
Das bedeutet: Menschen sollen wissen, wie nah ihnen andere kommen dürfen.  
Zum Beispiel: Du darfst entscheiden, wer dich anfassen darf.  
Ein wichtiger Satz ist: Dein Körper gehört dir.  
Nur du bestimmst, was mit deinem Körper passiert.

Es ist wichtig, über Geheimnisse zu sprechen.  
Es gibt gute Geheimnisse und schlechte Geheimnisse.  
Ein gutes Geheimnis macht dich froh.  
Ein schlechtes Geheimnis macht dich traurig oder Angst.  
Du darfst über schlechte Geheimnisse sprechen.  
Sage einem Erwachsenen Bescheid, wenn du dich unwohl fühlst.

Das ist wichtig:  
Du bist nicht schuld, wenn etwas passiert.  
Du darfst immer um Hilfe bitten.

Kinder müssen lernen, früh "Nein" und "Stopp" zu sagen.  
Diese Wörter helfen Kindern, sich zu schützen.  
Wenn Kinder "Nein" oder "Stopp" sagen, merken andere Menschen:  
Das Kind möchte etwas nicht.  

Es ist wichtig, dass Kinder diese Wörter üben.  
Dann können Kinder sich besser vor Übergriffen schützen.  
Übergriffe sind Situationen, in denen andere Menschen Kindern weh tun oder ihnen Angst machen.  

Wenn Kinder früh lernen, was sie nicht wollen, können sie leichter "Nein" oder "Stopp" sagen.  
Das schützt die Kinder.  

Wichtig:
Sprich mit den Kindern über Grenzen.
Du überlegst gemeinsam mit den Kindern, wo Grenzen sind.
Auch Erwachsene müssen diese Grenzen einhalten.
Zum Beispiel:
Ein Kind sagt “Nein” wenn jemand es umarmen möchte.
Dann sollen alle Erwachsenen dieses “Nein” akzeptieren.
Auch Verwandte müssen das “Nein” akzeptieren.
Grenzen gelten für alle.

Entdecken & Ausprobieren

Jugend

Im Jugend-Alter passiert viel.

Dein Körper verändert sich.
Du bekommst neue Gefühle.
Das nennt man Pubertät.

Du bist auf der Suche nach dir selbst.
Du möchtest herausfinden, wer du bist.

Vielleicht hast du zum ersten Mal Liebeskummer.
Vielleicht verliebst du dich zum ersten Mal.
Vielleicht möchtest du mit jemandem Sex haben.

Diese Dinge passieren oft, wenn man 16 bis 18 Jahre alt ist.
Das zeigen Studien aus Europa.

Aber: Manche Menschen erleben das später.
Manche erleben das nie.
Das ist auch normal.

Feste Partnerschaften entstehen meist erst später.
Familien gründen viele Menschen als Erwachsene.

Es ist wichtig, gut über Sex Bescheid zu wissen.
Das nennt man Sexual-Bildung.

Gute Sexual-Bildung hilft dir,
Sex sicher zu erleben.

Wichtige Dinge in dieser Zeit sind:
Du entscheidest selbst, was du machen möchtest.
Du schützt dich beim Sex.
Du sprichst offen mit Erwachsenen über deine Fragen.
Niemand lacht dich aus oder verurteilt dich.

Du bist vielleicht neugierig.
Du hast vielleicht viele Fragen.
Vielleicht bist du unsicher.

Dein Körper verändert sich.
Du fühlst dich vielleicht stärker oder anders als vorher.

Du sammelst erste Erfahrungen mit Nähe.
Du erlebst vielleicht Verliebt-Sein oder Lust.

Du möchtest dich selbst besser kennenlernen.
Du fragst dich vielleicht:
Bin ich Junge oder Mädchen?
Was mag ich? Wen liebe ich?
Wie möchte ich Beziehungen leben?

Das alles ist normal.
Du kannst Hilfe bekommen, wenn du Fragen hast.

Hier im Video lernst du, wie du dich auf den ersten Sex vorbereiten kannst:

 

So kann man Jugendliche in dieser Phase unterstützen:

Manchmal wollen Menschen über Sexualität sprechen.  
Manche Themen sind zum Beispiel: Was macht mir Spaß? Wo sind meine Grenzen? Was ist erlaubt?  
Es ist wichtig, dass alle einverstanden sind, wenn sie etwas miteinander machen.  
Auch über das Internet können Menschen über Sexualität sprechen oder schreiben.  
Zum Beispiel: Sexting. Das heißt, jemand verschickt Bilder oder Nachrichten mit sexuellem Inhalt.  
Oder Pornografie. Das sind Filme oder Bilder, die Sex zeigen.  
Es ist wichtig, Räume zum Reden zu schaffen.  
Dann können die Menschen offen über diese Themen sprechen.  
Alle sollen ihre Fragen stellen dürfen.  
Alle sollen ihre Meinung sagen dürfen.  
So können alle etwas über Sexualität und Grenzen lernen.

Sprich offen über Verhütung.
Verhütung schützt davor, schwanger zu werden.  
Verhütung schützt auch vor Krankheiten beim Sex.  

Eine Beratungs-Stelle kann helfen.  
Da bekommst du Informationen.

Geh zum Arzt, wenn du dich unsicher fühlst.
Ein Arzt untersucht dich vertraulich.

Vielfalt heißt: Es gibt viele verschiedene Menschen.  
Zum Beispiel: Menschen lieben verschiedene Menschen.  
Oder: Menschen fühlen sich als Mann, als Frau oder anders.

Es ist wichtig, dass alle Menschen normal behandelt werden.  
Jeder Mensch ist unterschiedlich.  
Das ist ganz normal.

Wenn wir Menschen wegen ihrer Liebe oder ihrem Gefühl anders behandeln, kann das weh tun.  
Dann fühlen sich diese Menschen oft ausgegrenzt oder traurig.

Wir sollen jeden Menschen so akzeptieren, wie er ist.  
Das hilft, wenn es jemandem nicht gut geht.  
So fühlen sich alle besser und sicher.

Es ist wichtig, über Beziehungen nachzudenken.  
Manchmal gibt es Probleme in einer Beziehung.  
Zum Beispiel gibt es Eifersucht.  
Oder jemand macht Druck.  
Oder es gibt Gewalt.

Sprich mit anderen über deine Gefühle.  
Überlege, ob etwas in deiner Beziehung nicht gut ist.  
Wenn dir etwas weh tut oder Angst macht, ist das nicht okay.  
Du musst das nicht allein aushalten.

Hol dir Hilfe, wenn deine Grenzen überschritten werden.  
Du kannst mit einer vertrauten Person sprechen.  
Das kann ein Freund, eine Freundin oder eine erwachsene Person sein.  
Zum Beispiel in der Schule, bei der Familie oder bei Beratungsstellen.

Es ist mutig, sich Hilfe zu holen.  
Du bist nicht allein.

Selbstbestimmung und Beziehungen

Junges Erwachsenenalter

Junges Erwachsenen-Alter heißt: Du bist ungefähr zwischen 18 und 30 Jahre alt.

In dieser Zeit möchtest du oft vieles ausprobieren.
Du möchtest vielleicht eine feste Partnerschaft finden.
Viele Menschen fangen an zu studieren oder arbeiten.
Manche Menschen denken schon über eine eigene Familie nach.

Viele Studien zeigen:
Junge Erwachsene sind oft glücklich in ihrer Beziehung.
Aber: Damit eine Beziehung gut funktioniert,
müssen beide gut miteinander reden.
Es ist wichtig, über Probleme sprechen zu können.
Man muss auch lernen, Streit gut zu lösen.

Du hast jetzt mehr Verantwortung.
Das heißt:
Du musst dich selbst um Verhütung kümmern.
Verhütung heißt: Du schützt dich vor einer Schwangerschaft.
Manche Menschen haben in dieser Zeit mehrere Beziehungen.
Es ist wichtig, dich vor Krankheiten zu schützen.
Du musst dein Liebesleben und deine Arbeit gut zusammen planen.

Wichtige Themen sind:
Verhütung,
Schutz vor Krankheiten,
Was du magst oder nicht magst,
Verschiedene Arten von Sex,
Gesundheit rund um Sex,
Du entscheidest, was du ausprobieren willst.

Viele Menschen finden in dieser Zeit heraus:
Was tut mir gut?
Was will ich? Was will ich nicht?
Oft verändern sich Beziehungen.
Manche machen neue Erfahrungen beim Sex.
Manchmal denken Menschen noch einmal über Sex und Beziehungen nach.

Ganz wichtig:
Es gibt kein richtiges Tempo für Sex oder Beziehungen.
Es gibt keine „normale“ Art von Sexualität.
Es ist immer in Ordnung, wenn du dir Hilfe suchst.
Achte auf dich und deine Wünsche.
Nimm deine eigenen Gefühle ernst.

Was bedeutet das im Alltag?

In einer Beziehung ist es wichtig, offen zu sprechen.  
Sprechen Sie über Ihre Wünsche.  
Sagen Sie, was Sie wollen.  

Sprechen Sie auch über Ihre Grenzen.  
Grenzen sind Dinge, die Sie nicht wollen.  
Sagen Sie klar, was für Sie okay ist und was nicht.  

Sprechen Sie über Verhütung.  
Verhütung heißt: Sie schützen sich vor einer Schwangerschaft.  
Zum Beispiel mit Kondomen oder der Pille.  

Sprechen Sie über Tests auf Krankheiten beim Sex.  
Diese Krankheiten heißen STI.  
Das spricht man: Es-Ti-I.  
STI bedeutet: Sexuell übertragbare Infektionen.  

Warten Sie nicht einfach ab, was passiert.  
Sagen Sie, was Ihnen wichtig ist.  
Nur so fühlen sich alle wohl und sicher.

Es gibt wichtige Themen in einer Beziehung.
Zum Beispiel: Treue, Offenheit, Kinderwunsch und Rollenverteilung.

Treue heißt: Ich bin meinem Partner treu.
Offenheit heißt: Ich spreche ehrlich über meine Gefühle.
Kinderwunsch heißt: Ich will vielleicht Kinder haben.
Rollenverteilung heißt: Was macht wer im Alltag?

Du solltest mit deinem Partner über diese Themen sprechen.
Dann weiß jeder, was dem anderen wichtig ist.
So vermeidest du Streit und Missverständnisse.

Es ist wichtig, über diese Themen zu reden.
Dann gibt es weniger Probleme in der Beziehung.

Gehe früh zu einer Beratung, wenn du Schmerzen hast.  
Gehe früh zu einer Beratung, wenn du keine Lust hast.  
Gehe früh zu einer Beratung, wenn dich etwas sehr belastet.  

Eine Beratung kann dir helfen.  
Medizinische Beratung ist Hilfe von einem Arzt oder einer Ärztin.  
Psychosexuelle Beratung ist Hilfe für Probleme mit Gefühlen oder Sexualität.  
Sprich früh mit Fachleuten, wenn du dich unwohl fühlst.

Achte immer auf den Konsens.  
Konsens bedeutet: Alle sind einverstanden.  

Schütze dich selbst und andere.  

Respektiere andere Menschen.  
Respekt bedeutet: Du behandelst andere freundlich und fair.  

Das gilt auch, wenn du keine Partnerschaft hast.  
Partnerschaft heißt: Zwei Menschen sind zusammen als Paar.  

Diese Regeln sind für alle Kontakte wichtig.

Alltag, Wandel, Aushandlung

Mittleres Erwachsenenalter

Im mittleren Alter verändert sich das Leben oft.  
Zum Beispiel durch Kinder, Arbeit, Pflege von Angehörigen, Krankheit oder wenn Paare sich trennen.

Auch Sexualität und Beziehung verändern sich in dieser Zeit.

Eine große Studie sagt:
Wie zufrieden Menschen in ihrer Beziehung sind, ändert sich im Laufe des Lebens.  
Die Zufriedenheit steigt oder sinkt.
Zum Beispiel kann Stress oder Streit in einer Beziehung zu weniger Zufriedenheit führen.
Ein Paar, das gut miteinander spricht, kann wieder zufriedener werden.

Die Forschung zeigt auch:
Wie zufrieden Menschen mit ihrem Sexleben sind, ist im mittleren Alter sehr wichtig.    
Sexuelle Zufriedenheit wirkt sich aus auf das gesamte Wohlbefinden.
Menschen, die mit ihrem Sexleben zufrieden sind, fühlen sich auch wohler beim Älterwerden.

Es ist nicht wichtig, wie oft Sie Sex haben.
Wichtiger ist es, dass beide ähnliche Bedürfnisse haben.
Wichtiger ist auch, dass beide gut miteinander reden.
Nähe zwischen den Partnern ist auch sehr wichtig.

Veränderungen sind normal.
Es gibt Zeiten mit viel Sex und Zeiten mit wenig Sex.
Das gehört zu einer Beziehung dazu.

Gedanken, die in dieser Phase wichtig sein können:

Sexualität kann sich verändern.  
Das bedeutet: Gefühle und Wünsche beim Sex können anders werden.  

Sprechen Sie regelmäßig mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin.  
Sprechen Sie darüber, was sich gut anfühlt.  
Sprechen Sie auch darüber, was schwierig ist.  
Sprechen Sie außerdem darüber, was neu ist.  

So können Sie zusammen gute Lösungen finden.  
Das Gespräch hilft Ihnen beiden.

Alltagsbelastungen sind Dinge, die dich im Alltag stressen.  
Zum Beispiel:  
Du hast Kinder.  
Du pflegst jemanden.  
Du arbeitest im Schichtdienst.  
Diese Dinge machen dein Leben oft anstrengend.  

Es ist wichtig, dass du diese Belastungen erkennst.  
Du solltest darauf achten, dass sie dich nicht überfordern.  

Du brauchst Zeit nur für dich.  
Das nennt man „Me-Time“.  
In dieser Zeit kannst du etwas tun, das dir gut tut.  

Du brauchst auch Zeit mit deinem Partner oder deiner Partnerin.  
Das nennt man „Paarzeit“.  
In dieser Zeit könnt ihr gemeinsam schöne Dinge tun.  

Me-Time und Paarzeit sind wichtig.  
Du solltest diese Zeit schützen.  
Das bedeutet: Plane bewusst Zeit dafür ein.  
Bitte andere Menschen um Hilfe.  
Sag, wenn du Zeit für dich oder euch brauchst.  

So bleibst du gesund und zufrieden.  
Deine Beziehung wird dadurch besser.

Wenn eine Person mehr Lust hat als die andere Person, kann das schwierig sein.

Sucht dann gemeinsam eine Lösung.

Niemand ist schuld an der Situation.

Ihr könnt neue Dinge ausprobieren, um euch näher zu kommen.

Das nennt man Intimität.

Ihr könnt auch gemeinsam Zeit verbringen.

Oder ihr nehmt euch Zeit nur für euch alleine.

Es ist wichtig, dass ihr euch beide wohlfühlt.

Sprich mit einer Fach-Person über medizinische Themen.

Dazu gehören zum Beispiel chronische Krankheiten, Medikamente oder Veränderungen durch Hormone.

Reflektiere, was du bisher beim Sex erlebt hast.

Überlege, was du anders machen möchtest.

Überlege auch, was gut war.

Viele Menschen denken darüber nach, wie ihr Körper aussieht.
Das nennt man: Körperbild.

Wenn Menschen älter werden, verändert sich ihr Körper.
Zum Beispiel: Die Haut bekommt Falten.
Die Haare werden grau.
Man fühlt sich manchmal nicht mehr so stark wie früher.

Viele Menschen fragen sich:
Bin ich noch schön?
Bin ich noch attraktiv?
Attraktiv bedeutet: Andere Menschen finden mich schön.

Manchmal macht das älter werden Angst.
Man vergleicht sich oft mit jüngeren Menschen.
Man findet sich vielleicht nicht mehr so schön wie früher.

Es ist normal, dass sich der Blick auf den eigenen Körper verändert.
Viele Menschen fühlen sich anders, wenn sie älter werden.
Das ist ganz normal.

Du bist wertvoll, egal wie alt du bist.
Du bist schön, auch wenn sich dein Körper verändert.
Jeder Mensch ist besonders.

Sprich mit anderen Menschen über deine Gefühle.
Das hilft dir.

Du kannst dich auch Hilfe holen, wenn du dich nicht gut fühlst.

Kontinuität, Anpassung, Lebenszufriedenheit

Alter(n)

Sexualität ist auch im hohen Alter wichtig.  
Viele ältere Menschen wünschen sich weiterhin Sexualität.  
Sexualität kann sich mit dem Alter verändern.  
Das heißt:  
Manche machen andere Dinge beim Sex als früher.  
Vielleicht haben sie weniger oft Sex.  
Manche können körperlich nicht mehr alles machen wie früher.

Trotzdem bleibt Sexualität für viele Menschen ein wichtiger Teil vom Leben.  
Wer mit seinem Sex zufrieden ist, fühlt sich oft auch insgesamt zufriedener.  
Das heißt:  
Sex kann das Leben schöner machen.

Studien zeigen:  
Menschen, die mit ihrem Sex zufrieden sind, fühlen sich oft auch mit dem Älterwerden besser.  
Das gilt für Frauen und Männer.  
Egal, ob man ein Mann oder eine Frau ist.

Aber manchmal gibt es Probleme:  
Manche Menschen verlieren ihren Partner oder ihre Partnerin.  
Das nennt man Verwitwung.  
Manche werden krank oder brauchen sehr viel Hilfe.  
Dann sprechen sie weniger über Sex.  
Auch andere reden dann vielleicht nicht mehr über Sexualität.  
Manchmal werden alte Menschen wegen ihres Alters benachteiligt.  
Das nennt man Alters-Diskriminierung.

Das kann dazu führen,  
dass Sexualität im Alter kein Thema mehr ist.  
Oft wird Sexualität für alte Menschen nicht unterstützt.

Was gilt in dieser Lebensphase?

Nimm deine eigenen Wünsche und Gefühle ernst.  
Manche Menschen denken, ältere Menschen haben keine Sexualität mehr.  
Das stimmt nicht.  
Du darfst Wünsche nach Nähe oder Sexualität haben.  
Es ist wichtig, auf deine Bedürfnisse zu achten.  
Wenn du Hilfe brauchst, rede mit einem Arzt, einer Ärztin, einem Therapeut oder einer Therapeutin.  
Sie können dir helfen.

Sprich mit deinem Partner oder deiner Partnerin über Anpassungen beim Sex.

Anpassungen heißt: etwas verändern, damit es besser passt.

Zum Beispiel:
Du kannst eine andere Stellung ausprobieren.
Du kannst dir mehr Zeit nehmen, um erregt zu werden.
Du kannst Hilfsmittel benutzen.
So musst du nicht ganz auf Sex verzichten.

In Einrichtungen wie Pflege-Heimen und betreutem Wohnen leben viele ältere Menschen.  
Diese Menschen sollen selbst bestimmen dürfen, wie sie mit ihrer Sexualität umgehen.  
Sexualität bedeutet: Jeder Mensch darf selber entscheiden, was ihm wichtig ist und was ihm gefällt.

Es ist wichtig, über dieses Thema zu sprechen.  
Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Zum Beispiel können die Mitarbeiter Fortbildungen machen.  
In einer Fortbildung lernen die Mitarbeiter mehr über das Thema Sexualität im Alter.  

Es können auch Regeln und Richtlinien aufgeschrieben werden, damit alle wissen, was erlaubt ist und was nicht.  

Man kann auch Gespräche anbieten.  
In einem Gespräch können Sie erzählen, was Ihnen wichtig ist.  
Die Mitarbeiter hören Ihnen zu.  

Damit zeigen die Einrichtungen:  
Wir respektieren die Wünsche und Rechte von älteren Menschen beim Thema Sexualität.

Auch alte Menschen brauchen Schutz vor Gewalt.  
Alte Menschen sollen auch vor Missbrauch geschützt werden.  
Missbrauch bedeutet: Jemand tut einer anderen Person absichtlich weh.  
Alte Menschen sollen Hilfe bekommen, wenn sie Probleme haben.  
Beratung muss einfach sein.  
Das bedeutet: Jeder kann leicht Hilfe bekommen.  
Es darf keine schwierigen Regeln geben, um Beratung zu bekommen.  
Jeder Mensch soll sich wohl und sicher fühlen.

Februar, 2026

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