Sexarbeit
Informationen, Perspektiven, Unterstützung
Was ist Sexarbeit?
Sexarbeit ist Arbeit mit Sexualität.
Alle Beteiligten sind erwachsen.
Alle stimmen freiwillig zu.
Die Arbeit wird bezahlt.
Sexarbeit kann viele Formen haben.
Zum Beispiel erotische Massagen.
Oder Gespräche am Telefon oder im Internet.
Oder Striptease.
Oder besondere Rollenspiele mit klaren Regeln.
Oder Begleitung zu Terminen.
Oder sexueller Kontakt wie Oral-Sex oder Sex mit Eindringen.
Wichtig ist die klare Abgrenzung.
Sexarbeit ist freiwillig.
Niemand wird gezwungen.
Menschenhandel ist etwas anderes.
Zwangs-Prostitution ist etwas anderes.
Sexuelle Ausbeutung ist etwas anderes.
Diese Formen sind verboten.
Sie sind nicht erlaubt.
Sie sind nicht richtig.
Freiwillige Sexarbeit ist davon klar zu unterscheiden.
Sexarbeit ist ein Teil unserer Gesellschaft.
Es gibt viele unterschiedliche Lebens-Situationen in der Sexarbeit.
Sexarbeit hat mit Selbst-Bestimmung zu tun.
Sexarbeit hat mit Arbeits-Rechten zu tun.
Sexarbeit hat mit Gesundheit zu tun.
Sexarbeit hat auch mit Tabus in der Gesellschaft zu tun.
Sexarbeit ist eine Form von Arbeit.
Menschen verdienen damit Geld.
Für viele Menschen ist Sexarbeit ein sensibles Thema.
Es gibt viele Vorurteile.
Es gibt viel Ausgrenzung
Sexarbeit umfasst alle Formen sexueller Dienstleistungen, die gegen Bezahlung angeboten werden wie zum Beispiel:
Straßen-Sexarbeit
Straßen-Sexarbeit
Manche sexuelle Dienstleistungen finden in der Öffentlichkeit statt.
Zum Beispiel auf der Straße.
Oder auf Plätzen.
Oder in Parks.
Dort werden oft Kundinnen und Kunden angesprochen.
Die eigentlichen Dienstleistungen finden oft woanders statt.
Zum Beispiel im Auto.
Oder in einem nahen Hotel.
Diese Form der Sexarbeit kann gefährlich sein.
Es gibt Risiken für die Sicherheit.
Es gibt auch viel Ausgrenzung.
In vielen Ländern ist diese Form verboten.
Oder sie ist streng geregelt.
Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter in diesem Bereich haben besondere Belastungen.
Diese Belastungen sind anders als bei Arbeit in Innenräumen.
Indoor-Sexarbeit
Indoor-Sexarbeit
Diese Form der Sexarbeit findet in geschützten Räumen statt.
Die Räume sind privat oder gewerblich.
Zum Beispiel in Bordellen.
Oder in Laufhäusern.
Oder in Studios.
Oder in Privat-Wohnungen.
Oder in Hotels.
Dort werden sexuelle Dienstleistungen angeboten.
Kundinnen und Kunden werden dort meist diskret angesprochen.
Alles ist oft gut organisiert.
Es gibt klare Regeln.
Die Arbeits-Bedingungen sind oft einheitlicher.
Sie können auch mehr Sicherheit bieten.
Escort-Dienste
Escort-Dienste
Escort-Dienste heißen auch Begleit-Service.
Eine andere Bezeichnung ist Begleitung.
Dabei werden Kundinnen und Kunden gegen Bezahlung begleitet.
Zum Beispiel zu Feiern.
Oder zu Veranstaltungen.
Oder bei privaten Treffen.
Je nach Absprache kann es auch um Sex gehen.
Sex ist aber nicht immer Teil der Arbeit.
Escort-Arbeit findet meist nach einem Termin statt.
Der Termin wird vorher vereinbart.
Diese Arbeit ist oft sehr individuell.
Sie ist weniger öffentlich sichtbar als Straßenarbeit.
Viele Menschen sehen Escort-Arbeit anders als Straßenarbeit.
Ein Grund ist die größere Diskretion.
Ein anderer Grund ist oft ein höherer Verdienst.
Fachleute sagen aber:
Diese Unterschiede bedeuten nicht automatisch mehr Selbst-Bestimmung.
Die sozialen Bedingungen können trotzdem schwierig sein.
Online-Sexarbeit
Online-Sexarbeit
Online-Sexarbeit findet im Internet statt.
Zum Beispiel auf Plattformen wie OnlyFans.
Oder über Chat-Dienste.
Oder über Webcam-Angebote.
Studien zeigen:
Die Plattformen bestimmen die Arbeit stark mit.
Wer gut sichtbar ist, verdient eher Geld.
Dafür muss man den Algorithmus beachten.
Man muss sich selbst als Marke zeigen.
Das bedeutet:
Man muss oft online sein.
Man muss viele Inhalte machen.
Man muss viel mit Fans schreiben.
Online-Sexarbeit hat Vorteile und Nachteile.
Sie kann mehr Freiheit geben.
Sie kann mehr Sicherheit geben.
Sie kann mehr Anonymität geben.
Gleichzeitig gibt es neue Risiken.
Man ist abhängig von den Regeln der Plattformen.
Inhalte können ohne Erlaubnis weitergegeben werden.
Das kann lange Folgen haben.
Zum Beispiel Ausgrenzung oder Vorurteile.
Befragungen zeigen:
Viele Nutzer von Online-Sexarbeit sind Männer.
Das ist je nach Plattform unterschiedlich.
Für viele geht es nicht nur um sexuelle Erregung.
Auch Gefühle sind wichtig.
Zum Beispiel Nähe.
Oder Intimität.
Oder Bestätigung.
Manche wünschen sich einen Kontakt wie in einer Beziehung.
Das nennt man Girlfriend- oder Boyfriend-Erlebnis.
Studien zu Plattformen wie OnlyFans zeigen:
Nutzer suchen nicht nur Pornografie.
Sie wollen auch chatten.
Sie wollen persönliche Inhalte.
Sie wollen länger Kontakt haben.
Das kann helfen gegen Einsamkeit.
Viele fühlen sich dabei sicherer.
Manche lernen dadurch besser über Sex zu sprechen.
Pornografie und Erotikarbeit
Pornografie und Erotikarbeit
Pornografie zeigt Sexualität in Medien.
Das Ziel ist sexuelle Erregung.
Pornografie kann verschiedene Formen haben.
Zum Beispiel als Video.
Oder als Bild.
Oder als Text.
Oder als Ton.
Früher gab es Pornografie oft in Zeitschriften.
Heute ist Pornografie meist im Internet.
Aus Sicht der Wissenschaft ist Pornografie nicht immer gleich.
Es gibt Unterschiede.
Zum Beispiel bei der Herstellung.
Oder bei den gezeigten Körpern.
Oder bei den gezeigten Praktiken.
Oder bei Rollen-Bildern.
Es gibt verschiedene Ziel-Gruppen.
Es gibt unterschiedliche Regeln.
Diese Regeln sind rechtlich und ethisch.
Pornos zu nutzen ist nicht immer schlecht.
Es kommt auf vieles an.
Zum Beispiel auf das Alter.
Oder auf das Geschlecht.
Oder auf Bildung.
Oder auf Erfahrungen in Beziehungen.
Oder auf Wissen über Sexualität.
Pornografie und Erotik-Arbeit gehören oft zur Sexarbeit.
Aber es gibt wichtige Unterschiede.
Meist gibt es keinen direkten Körper-Kontakt zu Kundinnen und Kunden.
Die rechtlichen Regeln sind unterschiedlich.
Das hängt vom Land ab.
Und von der Plattform.
Beide Bereiche haben etwas gemeinsam.
Sie sind stark von Vorurteilen betroffen.
Studien zeigen:
Diese Vorurteile belasten viele Menschen sehr.
Oft stärker als die Arbeit selbst.
Das kann zu Ausgrenzung führen.
Oder zu wenig rechtlichem Schutz.
Oder zu Problemen beim Zugang zur Gesundheits-Versorgung.
Sexualbegleitung und Sexualassistenz
Sexualbegleitung und Sexualassistenz
Sexualbegleitung ist eine professionelle sexuelle Dienstleistung.
Sie ist für Menschen mit Behinderungen.
Oder für Menschen mit chronischen Krankheiten.
Oder für Menschen mit Pflege-Bedarf.
Der Fokus liegt auf Teilhabe.
Und auf Nähe.
Und auf Selbst-Bestimmung.
Sexualbegleitung ist ein besonderer Bereich der Sexarbeit.
Sie richtet sich an Menschen mit wenig Zugang zu Sexualität.
Oder zu körperlicher Nähe.
Dabei geht es nicht nur um Sex.
Wichtig sind auch Intimität.
Und Berührung.
Und das Erleben des eigenen Körpers.
Rechtlich ist Sexualbegleitung eine Form von Sexarbeit.
Ethisch wird sie oft anders gesehen.
Sie unterscheidet sich von klassischer Sexarbeit.
Der Grund ist:
Es geht nicht nur um sexuelle Befriedigung.
Es geht auch um den Abbau von Barrieren.
Im Mittelpunkt stehen die Rechte von Menschen mit Behinderungen.
Und ihre Sexualität.
Sexarbeit kann sehr unterschiedlich sein.
Das liegt zum Beispiel am Arbeitsort.
Sexarbeit kann auf der Straße, in einer Wohnung oder im Internet stattfinden.
Auch die Gründe für Sexarbeit sind unterschiedlich.
Manche Menschen machen Sexarbeit, weil sie Geld brauchen.
Andere Menschen machen Sexarbeit, weil sie es möchten.
Jeder Mensch hat eine andere Lebenssituation.
Deshalb ist Sexarbeit immer verschieden.
Es gibt nicht nur eine Form von Sexarbeit.
Es gibt viele verschiedene Arten von Sexarbeit.
Jede Person erlebt Sexarbeit anders.
Mehr zum beruflichen Selbstverständnis von Sexarbeiter*innen
-
-
Bundesverband Sexarbeit
Zur Webseite -
-
Bundesverband Sexarbeit
Sprache und Begriffe
Prostitution sagt man nicht mehr.
Stimmt!
Sprache ist wichtig.
Sie beeinflusst, wie wir über bestimmte Themen denken.
Das Wort „Prostitution“ klingt oft negativ.
Menschen benutzen das Wort oft, um schlecht über andere zu sprechen.
Viele Menschen, die sexuelle Dienstleistungen anbieten, fühlen sich durch das Wort „Prostitution“ verletzt.
Sie finden das Wort abwertend.
Das Wort „Sexarbeit“ ist anders.
Es bedeutet: Sexarbeit ist Arbeit, so wie andere Berufe auch.
Sexarbeit betont, dass Menschen diese Arbeit selbst wählen können.
Das Wort zeigt: Diese Arbeit ist ein Beruf.
Sexarbeiter und Sexarbeiterinnen sollen Rechte haben, wie alle anderen Menschen auch.
Deshalb finden viele das Wort „Sexarbeit“ besser.
Es zeigt Respekt und Anerkennung.
Gesellschaftliche Debatten und Stigmatisierung
Sexarbeit ist Erwerbsarbeit.
Sexarbeitende bieten professionelle sexuelle Dienstleistungen gegen Bezahlung an.
Fälle von Zwang, Menschenhandel oder Ausbeutung sind ernst zu nehmen, gehören aber nicht zur Definition von Sexarbeit.
Sie werden gesondert behandelt.
Dabei geht es um verschiedene Themen:
Körper, Sexualität und Moral
Körper, Sexualität und Moral
Oft reden Politiker und andere Menschen über Sexarbeit.
Aber sie sagen nicht: Sexarbeit ist Arbeit.
Sie sagen: Sexarbeit ist ein moralisches Problem.
Viele Menschen haben Regeln für Sexualität im Kopf.
Zum Beispiel:
Wer darf Sex haben?
Wie soll Sex aussehen?
Was ist erlaubt?
Diese Regeln bestimmen, wie Menschen über Sexarbeit denken.
Und wie sie über Sexarbeit sprechen.
Menschen bewerten Körper unterschiedlich.
Zum Beispiel:
Ist der Mensch ein Mann oder eine Frau?
Ist der Mensch schön?
Ist der Mensch „rein“?
Diese Bewertungen verändern die Meinung über Sexarbeit.
Manche Menschen glauben:
Es gibt nur eine „richtige“ Sexualität.
Deshalb behandeln sie Sexarbeitende schlecht.
Sie stempeln sie ab.
Sie tun so, als wären sie keine richtigen Menschen.
Aber:
Sexarbeit ist auch ein Beruf.
Sexarbeit kann selbst gewählt sein.
Sexarbeit kann wichtig für Geld oder für andere Menschen sein.
Wie eine Gesellschaft über Sexarbeit denkt,
zeigt auch, wie sie über Sexualität denkt.
Geschlechterverhältnisse
Geschlechterverhältnisse
Viele Menschen glauben:
Sex gehört so: Männer wollen Sex.
Frauen geben Sex.
Das ist ein altes Bild.
Aber es gibt dieses Bild immer noch.
Dieses Bild gibt Männern Macht.
Frauen verlieren dadurch Macht.
Auch in der Sexarbeit.
Viele Menschen denken dann:
Sexarbeitende Frauen sind nur dafür da, um zu dienen.
Sie werden auf eine Rolle als Dienstleisterin reduziert.
Sexarbeitende, die keine Frauen sind,
werden oft vergessen.
Zum Beispiel:
Trans*-Personen,
Inter*-Personen,
Männer,
oder Menschen, die kein festes Geschlecht haben.
Auch die Arbeitsbedingungen sind vom Geschlecht abhängig.
Zum Beispiel:
Wer bekommt Schutz?
Wer bekommt Anerkennung?
Wer wird gut bezahlt?
Wer wird ernst genommen?
Sexarbeit zeigt auch hier:
Die Gesellschaft hat bestimmte Vorstellungen.
Zum Beispiel:
Wer darf frei entscheiden?
Und wer soll kontrolliert werden?
Forscherinnen und Forscher schauen meistens nur auf Frauen in der Sexarbeit.
Männer in der Sexarbeit werden selten untersucht.
Deshalb weiß man wenig über ihre Erfahrungen.
Und es gibt wenig Hilfe für sie.
Studien zeigen:
Männliche Sexarbeitende erleben besondere Probleme.
Zum Beispiel:
Sie schämen sich.
Sie werden schlecht behandelt.
Manche werden sogar doppelt diskriminiert.
Zum Beispiel:
Wegen ihrer Arbeit.
Und wegen ihrer Sexualität.
Das macht krank.
Viele trauen sich dann nicht, Hilfe zu holen.
Männer sagen in Studien:
Ich mache Sexarbeit, weil ich Geld brauche.
Aber auch, weil ich selbst über meinen Körper entscheiden will.
Aber sie berichten auch:
Ich werde ausgebeutet.
Ich erlebe Gewalt.
Ich muss manchmal Sex ohne Schutz machen.
Das zeigt:
Auch männliche Sexarbeit ist ein schwieriges Thema.
Es geht um Freiheit.
Aber auch um Gefahr.
Männer und Sexarbeit
Es gibt nicht so viele männliche Sexarbeiter.
Aber:
Viele Männer in Deutschland haben schon einmal für Sex bezahlt.
Etwa 27 von 100 Männern.
In Deutschland finden das viele Menschen nicht schlimm.
In anderen Ländern ist das anders.
Dort wird das mehr verurteilt.
Männer, die für Sex bezahlen,
haben öfter Sex als andere Männer.
Sie haben im Durchschnitt doppelt so viele Sexpartner.
Meistens bezahlen sie für Sex mit Frauen.
Zum Beispiel für Vaginal-Sex oder Oral-Sex.
Oft sind sie dabei nicht nüchtern.
Sie haben Drogen genommen oder Alkohol getrunken.
Mehr als bei anderen sexuellen Begegnungen.
Migration
Migration
Viele Sexarbeitende kommen aus einem anderen Land.
Sie sind nach Deutschland gezogen.
Das nennt man: Migrations-Geschichte.
Warum machen diese Menschen Sexarbeit?
Weil sie oft keine andere Arbeit finden.
Zum Beispiel:
Weil sie die Sprache nicht gut sprechen.
Weil ihre Schul-Abschlüsse nicht anerkannt werden.
Oder weil ihr Aufenthalt in Deutschland unsicher ist.
Dann sind sie oft abhängig von anderen.
Und sie bekommen schlechte Arbeits-Bedingungen.
Trotzdem denken viele Menschen schlecht über diese Sexarbeitenden.
Sie sagen:
Diese Menschen werden bestimmt ausgebeutet.
Oder:
Diese Menschen machen das nicht freiwillig.
Aber das stimmt nicht immer.
Viele arbeiten freiwillig in der Sexarbeit.
Man muss genau hinschauen:
Nicht die Herkunft ist das Problem.
Das Problem sind die Regeln und Bedingungen.
Sie bestimmen,
wer gute Arbeit hat und
wer nicht.
Wenn Menschen stigmatisiert werden, hat das echte Folgen.
Zum Beispiel:
Sie bekommen schlechtere medizinische Hilfe.
Sie bekommen keine gute rechtliche Unterstützung.
Und sie werden im Alltag oft schlecht behandelt.
Wichtig ist:
Sexarbeitende sollen selbst zu Wort kommen.
Ihre Meinung zählt.
Sie sagen:
Wir wollen Respekt.
Wir wollen sichere Arbeitsplätze.
Und wir wollen, dass unsere Arbeit anerkannt wird.
Rechtlicher Rahmen in Deutschland
Sexarbeit ist in Deutschland erlaubt.
Es gibt zwei wichtige Gesetze:
- Seit dem Jahr 2002: Prostitutions-Gesetz
- Seit dem Jahr 2017: Prostituierten-Schutz-Gesetz
Diese Regeln sind wichtig:
Was Sexarbeitende tun müssen:
- Sie müssen sich anmelden.
- Sie müssen regelmäßig zur Gesundheits-Beratung gehen.
Was Bordell-Betreiber tun müssen:
- Sie brauchen eine Erlaubnis vom Amt.
Was für alle gilt:
- Sexarbeit muss versteuert werden.
- Es gibt mehr Kontrollen vom Amt.
- Es gibt eine Kondom-Pflicht.
Rechte und Schutz für Sexarbeitende:
- Sie dürfen zu Ärzt*innen gehen.
- Sie haben ein Recht auf Schutz vor Gewalt.
- Sie bekommen Infos über sicheren Sex.
- Sie haben Rechte bei Arbeit und Steuern.
Ein Ort für Hilfe:
Der Verein Madonna e. V. in Bochum hilft Sexarbeitenden.
Dort gibt es Beratung und Unterstützung.
Viele Menschen streiten über die Gesetze:
Manche sagen:
Die Gesetze schützen Sexarbeitende.
Andere sagen:
Die Gesetze machen Druck.
Und die Anmeldung ist schlecht für die Selbstbestimmung.
Internationale Perspektiven
In verschiedenen Ländern gibt es unterschiedliche Regeln für Sexarbeit.
In manchen Ländern ist Sexarbeit ganz verboten.
Man sagt dort:
Sexarbeit ist Gewalt gegen Frauen.
Sexarbeit ist schlecht für Gleichberechtigung.
Sexarbeitende gelten dort als Opfer.
Andere Länder haben das sogenannte Nordische Modell.
Dort ist das Anbieten von Sex erlaubt.
Aber:
Der Kauf von Sex ist verboten.
Nur die Kunden machen sich strafbar.
Viele Menschen sagen:
Das Nordische Modell hilft nicht wirklich.
Manche finden es gut.
Andere finden es schlecht.
Wieder andere Länder machen es anders:
Zum Beispiel:
Belgien, Neuseeland und Teile von Australien.
Dort ist Sexarbeit erlaubt.
Sexarbeitende dürfen mitbestimmen,
wie die Regeln gemacht werden.
Quelle: KATAPULT Magazin 2018

Sexkaufverbot und das Nordische Modell
Sexkaufverbot und das Nordische Modell
Das sogenannte Nordische Modell kommt aus Skandinavien.
Es wird auch Sexkauf-Verbot genannt.
Bei diesem Modell:
Sexarbeit ist nicht verboten.
Aber:
Der Kauf von Sex ist verboten.
Die Kund*innen machen sich strafbar.
Sexarbeitende nicht.
Das Ziel:
Es soll weniger Sexarbeit geben.
Und Menschen sollen aus der Sexarbeit aussteigen.
Diese Vorteile werden oft genannt:
Sexarbeitende werden nicht bestraft.
Weniger Kund*innen = weniger Ausbeutung.
Es soll zeigen: Sex darf man nicht kaufen.
Diese Nachteile gibt es in der Praxis:
Weniger Kund*innen bedeutet:
Sexarbeitende sind oft mehr abhängig.
Sie haben weniger Auswahl.
Sie können schlechter verhandeln.Die Arbeit findet im Verborgenen statt.
Das macht sie gefährlicher.Kund*innen und Sexarbeitende haben Angst vor der Polizei.
Deshalb meiden sie Hilfe-Angebote.Sexarbeitende berichten:
Sie haben mehr Druck.
Sie müssen gefährlichere Dinge tun,
um Kund*innen zu behalten.
Studien zeigen:
In Ländern, wo Sexarbeit verboten ist,
ist das Leben für Sexarbeitende oft schwerer.
Sie erleben öfter Gewalt und Diskriminierung.
Auch ihre Gesundheit ist mehr in Gefahr.
Besonders hart trifft es Menschen mit Migrations-Geschichte.
Beratung & Unterstützung
Sexarbeit ist ein schwieriges Thema.
Es gibt viele verschiedene Lebens-Wege in der Sexarbeit.
Deshalb ist es wichtig, genau hinzuschauen.
Im Mittelpunkt sollen stehen:
die Rechte der Sexarbeitenden
ihre Gesundheit
ihre Sicherheit
Bei Fragen oder Bedarf an Unterstützung – ob beim Einstieg, Ausstieg oder zu gesundheitlichen, rechtlichen oder sozialen Themen – bietet Madonna e.V. in Bochum vertrauliche, kostenlose und mehrsprachige Beratung.
Eine Übersicht über bundesweite Beratungsstellen findest du hier.
Es gibt auch Beratungsstellen, deren Angebote sich spezifisch an Männer in der Sexarbeit wenden. Zum Beispiel neonlicht in Dortmund.