HIV & AIDS

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Zu HIV gibt es noch viele falsche Vorstellungen.

Hier bekommst du die wichtigsten Infos:

Was ist der Unterschied zwischen HIV und AIDS?

Wie kann man sich schützen?

Welche Behandlungen gibt es?

Und warum ist das Leben mit HIV heute ganz anders als früher?

HIV ist nicht gleich AIDS

[Translate to Deutsch Einfach:] HIV Humanes Immundefizienz-Virus Das Wort HIV beschreibt die Infektion mit diesem Virus.
AIDS Acquired Immune Deficiency Syndrome/ erworbenes Immunschwächesyndrom AIDS ist das letzte Stadium einer HIV-Erkrankung.

Ohne Behandlung kann sich nach 5 bis 10 Jahren AIDS entwickeln.

Dann können schwere Krankheiten auftreten,
zum Beispiel besondere Lungenentzündungen oder Krebs.

Mit Medikamenten passiert das heute nur noch sehr selten.

HIV kurz & knapp

HIV greift das Abwehrsystem des Körpers an.
Die Infektion bleibt oft lange unbemerkt.
Manche haben am Anfang Symptome wie bei einer Grippe.

Ohne Behandlung wird das Immunsystem immer schwächer.
Der Körper kann sich dann nicht mehr gut gegen Krankheiten wehren.

Die gute Nachricht:
HIV ist zwar nicht heilbar, aber gut behandelbar.

Mit einer rechtzeitigen Behandlung können Menschen mit HIV
ein ganz normales Leben führen.

Unter wirksamer Therapie sind HIV-positive Menschen
nicht mehr ansteckend.

Ein Test ist wichtig, um HIV früh zu erkennen
und rechtzeitig mit der Behandlung zu beginnen.

HIV in Deutschland - Zahlen

96.700 HIV-Infizierte in Deutschland

In Deutschland leben etwa 96.700 Menschen mit HIV.

Fast alle, die HIV haben und davon wissen,
nehmen Medikamente, etwa 99 %.

Im Jahr 2023 gab es rund 2.200 neue HIV-Infektionen.

Symptome - oder auch nicht

Fieber

Müdigkeit

Halsschmerzen

Hautausschlag

Die Beschwerden am Anfang gehen meist wieder weg.
Aber die Infektion bleibt im Körper.

Ohne Behandlung kann es viele Jahre später
zu schweren Krankheiten kommen.

Übertragungswege

HIV wird über Körperflüssigkeiten weitergegeben:

Blut

Sperma

Vaginalflüssigkeit

Muttermilch

Hauptübertragungswege

Vaginal- oder Analverkehr ohne Schutz

gemeinsame Nutzung von Spritzen

Schwangerschaft, Geburt oder Stillzeit

Keine Risiken bei

Händeschütteln

Küssen

Toiletten, Türklinken

Insektenstichen

HIV wird nicht durch Hautkontakt weitergegeben.
Auch Speichel oder Mücken übertragen das Virus nicht.

Außerhalb des Körpers überlebt HIV nur sehr kurz.

HIV-Test - wann und wie?

Wann?

Ein HIV-Test kann in bestimmten Situationen wichtig sein.

  • Zum Beispiel nach Sex ohne Schutz.

  • Wenn ein Kondom geplatzt ist.

  • Während einer Schwangerschaft.

  • Wenn es eine andere sexuell übertragbare Infektion gibt.

  • Oder wenn Spritzen gemeinsam benutzt wurden.

Wie?

Es gibt zwei Arten von HIV-Tests.

  1. Der Labortest nimmt Blut aus der Armvene.
    Er ist 6 Wochen nach dem Risiko möglich.
    Das Ergebnis kommt nach 2 bis 4 Tagen.

  2. Der Schnelltest nimmt Blut aus dem Finger.
    Er ist 12 Wochen nach dem Risiko möglich.
    Das Ergebnis kommt nach etwa 20 Minuten.

Sofortmaßnahmen nach HIV-Risiko

Penis mit Wasser und Seife reinigen

Haut mit Wasser und Seife reinigen

ggf. desinfizieren

Ejakulat im Mund: ausspucken, danach mit Wasser oder hochprozentigem Alkohol spülen

Spülungen der Vagina oder des Darms werden nicht empfohlen.
Sie können die Schleimhäute verletzen
und das Risiko für eine HIV-Infektion erhöhen.

Nach einem Risiko kann eine Notfallbehandlung helfen.
Sie heißt PEP. Das bedeutet: Post-Expositions-Prophylaxe.

PEP kann in den meisten Fällen eine Ansteckung verhindern.
Sie muss sehr schnell begonnen werden.
Am besten innerhalb von 2 Stunden, spätestens nach 48 Stunden.

Schutzmaßnahmen im Alltag

Zeit zur Reflektion

Schützt du dich?

  • Hast du im Alltag schon einmal darüber nachgedacht,
    ob du dich mit HIV anstecken könntest?

  • Hast du beim Sex schon einmal daran gedacht?

  • Weißt du bei allen Sexualpartner*innen,
    ob sie auf HIV getestet wurden?

Kondome

schützen zuverlässig 
bei allen Formen des Geschlechtsverkehrs

Regelmäßige Tests

besonders bei wechselnden Partner*innen

Sauberer Umgang mit Spritzen

niemals gemeinsam benutzen

Zusätzlich gibt es zwei medikamentöse Wege:

PrEP (Prä-Expositions-Prophylaxe)

Es gibt HIV-Medikamente, die man vorbeugend einnehmen kann.
Sie heißen PrEP.

Sie sind für Menschen gedacht,
die regelmäßig ein Risiko für HIV haben.

Man braucht ein Rezept vom Arzt oder von der Ärztin.

Die Medikamente kosten etwa 50 Euro im Monat.
Die Krankenkasse bezahlt das nicht immer.

Während der Einnahme ist eine ärztliche Begleitung wichtig.

PEP (Post-Expositions-Prophylaxe)

Es gibt HIV-Medikamente für Notfälle.
Sie heißen PEP.

PEP wird nach einem Risikokontakt eingenommen.
Zum Beispiel nach ungeschütztem Sex.

Die Behandlung muss schnell starten –
am besten innerhalb von 2 Stunden, spätestens nach 48 Stunden.

Man nimmt die Medikamente 30 Tage lang.
Die Krankenkasse übernimmt die Kosten.

Behandlung

HIV

Die antiretrovirale Therapie, kurz ART, ist heute die Standardbehandlung bei HIV.

Sie stoppt die Vermehrung des Virus im Körper
und schützt das Immunsystem.

Die Menge des Virus im Blut wird so gering,
dass es im Test nicht mehr nachweisbar ist.

HIV ist dann nicht mehr übertragbar.

Menschen mit HIV haben heute die gleiche Lebenserwartung
wie Menschen ohne HIV.

Die Medikamente sind gut verträglich.
Oft reicht eine Tablette pro Tag
oder eine Spritze alle acht Wochen.

Die Therapie muss lebenslang eingenommen werden.
Aber Menschen mit HIV können heute gesund, aktiv und selbstbestimmt leben.

AIDS

Wenn HIV nicht behandelt wird,
kann es zum AIDS-Stadium kommen.

Dann ist das Immunsystem sehr geschwächt.
Der Körper kann sich kaum noch gegen Krankheiten wehren.

Wichtig ist eine sofortige Behandlung mit HIV-Medikamenten.
Dazu kommt die Behandlung der Krankheiten,
die durch das schwache Immunsystem auftreten.

Auch im späten Stadium kann sich der Gesundheitszustand
mit der richtigen Behandlung deutlich verbessern.

Wichtig:
Je früher HIV erkannt wird,
desto besser kann es behandelt werden.

Frühe Diagnose bedeutet bessere Aussichten für die Gesundheit.

HIV & Krebs

HIV schwächt das Abwehrsystem des Körpers.
Darum ist das Risiko für bestimmte Krebsarten erhöht.

Regelmäßige Vorsorge-Untersuchungen sind besonders wichtig.

Wird Krebs früh erkannt und HIV gut behandelt,
kann das Risiko deutlich verringert werden.

HIV ist heute kein Todesurteil mehr.

Mit Tests, Schutz beim Sex und guter Behandlung
können Menschen mit HIV lange und gesund leben.

Sie können ein erfülltes Leben führen
ohne Angst und ohne andere anzustecken.

HIV & Schwangerschaft

Eine HIV-Diagnose heißt nicht, dass man keine Kinder bekommen kann.
Menschen mit HIV können schwanger werden und Kinder bekommen.

Die Medizin ist heute sehr gut.
Sie hilft dabei, dass es der schwangeren Person gut geht.
Sie hilft auch dabei, dass das Kind gesund bleibt.

In Deutschland wird schwangeren Menschen ein HIV-Test angeboten.
Der Test ist freiwillig.
Er wird empfohlen.

Ohne Behandlung kann HIV auf das Kind übertragen werden.
Das kann während der Schwangerschaft passieren.
Das kann bei der Geburt passieren.
Das kann auch über die Muttermilch passieren.
Ohne Behandlung ist das Risiko hoch.

Mit medizinischer Hilfe kann das Risiko stark gesenkt werden.
Heute ist das Risiko dann sehr niedrig.

Das Kind schützen

Im Mutterpass wird vermerkt, ob ein HIV-Test gemacht wurde.
Das Ergebnis des Tests steht nicht im Mutterpass.

Wenn eine HIV-Infektion festgestellt wird, gibt es medizinische Möglichkeiten zum Schutz des Kindes.
Durch diese medizinische Hilfe können Kinder gesund geboren werden.

Medikamente für das Kind

Je nach Menge des Virus bei der Geburt bekommt das Kind Medikamente.
Diese Medikamente heißen Postexpositionsprophylaxe, kurz PEP.

Die Medikamente sollen verhindern, dass sich das Kind mit HIV ansteckt.
Sie wirken nach einem möglichen Kontakt mit dem Virus.

Stillen

HIV und Medikamente können in die Muttermilch übergehen.
So kann das Virus auf das Kind übertragen werden.
Darum wird Stillen meistens nicht empfohlen.

Wenn der Wunsch nach Stillen sehr groß ist, kann darüber gesprochen werden.
Das geschieht gemeinsam mit Ärztinnen, Ärzten und Hebammen.
Unter einer guten Behandlung und bei sehr niedriger Virusmenge kann Stillen in besonderen Fällen möglich sein.

Art der Geburt

Die Art der Geburt hängt von der Menge des Virus im Körper ab.

Ist die Virusmenge sehr gering, kann das Kind normal geboren werden.
Ist die Virusmenge höher, wird ein Kaiserschnitt empfohlen.

Medikamente während und nach der Schwangerschaft

Es gibt spezielle Medikamente gegen HIV.
Diese Medikamente senken die Menge des Virus im Blut.

Das Ziel ist, dass bis zur Geburt nur sehr wenige Viren im Blut sind.
So kann eine Übertragung auf das Kind verhindert werden.

Auch während der Schwangerschaft kann es zu einer neuen HIV-Infektion kommen.
In diesem Fall kann das Virus an das Kind weitergegeben werden.

Kondome und Femidome schützen vor einer Ansteckung.
Sie helfen, eine neue HIV-Infektion zu vermeiden.

Psychische Belastung und Unterstützung

Eine HIV-Diagnose ist für viele Menschen sehr belastend.
In der Schwangerschaft ist diese Situation oft noch schwieriger.

Studien zeigen, dass viele schwangere Menschen mit HIV Angst haben.
Etwa sechs von zehn Betroffenen leiden unter Angstzuständen.

Gerade deshalb ist Unterstützung wichtig

durch Partner*innen

durch Ärzt*innen und Geburtshelfer*innen

durch das soziale Umfeld

und durch spezialisierte Beratungsstellen

Februar, 2026

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Quellen

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