Trans*
(Veraltet: Transsexuell, Transvestit)
Unterscheidung trans*, inter*, nicht-binär*
Trans* ist ein Über-Begriff.
Er beschreibt Menschen,
deren Geschlechts-Identität nicht zum Körper bei der Geburt passt.
Zum Beispiel:
Eine trans* Frau ist eine Frau.
Bei der Geburt wurde gesagt: Das ist ein Junge.
Ein trans* Mann ist ein Mann.
Bei der Geburt wurde gesagt: Das ist ein Mädchen.
Das Sternchen bei trans* ist wichtig.
Es zeigt: Es gibt viele verschiedene Identitäten.
Dazu gehören auch:
- nicht-binäre Menschen
- genderqueere Menschen
- agender Menschen
Das Gegenteil von trans* ist cis.
Cis bedeutet:
Der Mensch fühlt sich so, wie das Geschlecht bei der Geburt bestimmt wurde.
Wichtig:
Die Geschlechts-Identität sagt nichts über Liebe oder Sexualität aus.
Ein trans* Mann kann viele Arten von Gefühlen haben.
Zum Beispiel:
- Er kann sich in Frauen verlieben.
- Oder in Männer.
- Oder in mehrere Geschlechter.
- Oder gar nicht.
Das gilt auch für andere trans* Personen.
Es gibt viele Möglichkeiten.
Die richtige Ansprache
Das Wort „transsexuell“ ist alt und wird heute nicht mehr empfohlen.
Früher dachte man: Transsein ist eine Krankheit.
Heute sagt man besser:
- Transgender – das meint das soziale Geschlecht.
- Transident – das betont die Identität der Person.
Wichtig ist:
Trans* Personen sollen mit ihren richtigen Pronomen angesprochen werden.
Die Pronomen können sehr verschieden sein.
Wer unsicher ist, kann einfach fragen:
Welche Pronomen benutzt du?
Oder zuerst die eigenen Pronomen sagen.
Ich heiße Judith.
Meine Pronomen sind sie und ihr.
Welche Pronomen benutzt du?
Wichtig:
Der alte Name von einer trans* Person soll nicht mehr gesagt werden.
Das nennt man Deadnaming.
Das Wort kommt aus dem Englischen und heißt: „toter Name“.
Viele trans* Menschen wählen einen neuen Namen.
Der alte Name passt nicht mehr zu ihrer Identität.
Ein Beispiel:
Ein Kind wurde als Mädchen geboren.
Es hieß „Mia“.
Später entscheidet das Kind: Ich bin ein trans* Mann.
Er heißt jetzt „Tom“.
Wenn jemand trotzdem „Mia“ sagt,
kann das sehr verletzend sein.
Das ist respektlos und diskriminierend.
Darum: Immer den Namen benutzen,
den die Person selbst gewählt hat.
Transition
Manche trans* Personen wollen ihre Geschlechts-Identität auch für andere sichtbar machen.
Dieser Weg heißt Transition.
Jede Transition ist anders.
Eine Transition kann zum Beispiel bedeuten:
- den Namen ändern
- andere Kleidung tragen
- Hormone nehmen
- eine Operation machen
- den Geschlechtseintrag ändern
Aber nicht alle machen das.
Und das ist auch in Ordnung.
Wichtig ist:
Eine Transition ist kein fester Ablauf.
Jede Person entscheidet selbst,
welche Schritte sie machen möchte.
Oder ob sie gar keine Schritte machen will.
Wichtig ist die Anerkennung:
Jede Person hat das Recht,
- über den eigenen Körper zu entscheiden
- den eigenen Namen zu wählen
- die eigene Identität zu leben
Trans* Körper
Hormone sind für viele trans* und inter* Menschen wichtig.
Zum Beispiel bei einer Hormon-Therapie.
Dabei werden bestimmte Hormone gegeben.
Das kann den Körper verändern.
Trans* Frauen nehmen meist Östrogen.
Trans* Männer nehmen meist Testosteron.
Je nachdem, welches Hormon genommen wird,
verändert sich der Körper auf unterschiedliche Weise.
Nicht nur cis Frauen haben ihre Periode.
Auch trans*, inter* und nicht-binäre Menschen können ihre Tage bekommen.
Das gilt für alle, die eine Gebärmutter und Eierstöcke haben.
Gesundheit von trans* Personen
Viele trans* Menschen haben Angst vor Diskriminierung.
Darum gehen sie manchmal nicht zu Ärzt*innen.
Oder sie machen dort schlechte Erfahrungen.
Zum Beispiel:
- Sie werden absichtlich falsch angesprochen.
- Es werden unsensible Fragen gestellt.
- Oder Behandlungen werden verweigert.
Das kann schlimme Folgen haben.
Zum Beispiel:
- Es gibt zu wenig Vorsorge.
- Die psychische Belastung wird größer.
- Der Stress für Minderheiten nimmt zu.
- Das Risiko für Selbsttötung steigt.
Trans* Menschen haben auch öfter psychische Krankheiten.
Ein Grund dafür ist Diskriminierung.
Also: schlecht behandelt werden,
weil sie trans* sind.