Trans*
(Veraltet: Transsexuell, Transvestit)
Unterscheidung trans*, inter*, nicht-binär*
Trans* ist ein Sammelbegriff für Menschen, deren Geschlechtsidentität nicht (oder nicht vollständig) mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht übereinstimmt.
Trans* Frauen sind demnach Frauen, denen bei der Geburt das männliche Geschlecht zugeschrieben wurde. Trans* Männer sind Männer, denen bei Geburt das weibliche Geschlecht zugeschrieben wurde.
Das Sternchen am Ende von dem Adjektiv "trans*" soll Raum für verschiedene Geschlechtsidentitäten lassen. Auch nicht-binäre, genderqueere, und agender Personen sind eingeschlossen.
Das Gegenteil von trans* ist cis. Cis bedeutet, dass Menschen sich mit dem Geschlecht identifizieren, das ihnen bei der Geburt zugeschrieben wurde.
Wichtig: Anhand der Geschlechtsidentität lassen sich keine Rückschlüsse auf die romantische oder sexuelle Orientierung ableiten. Beispielsweise kann ein trans* Mann hetero-, homo-, bi-, pan-, aromatisch oder -sexuell usw. sein.
Die richtige Ansprache
Der Begriff „Transsexuell“ ist veraltet. Früher wurde „Transsexualität“ als Krankheit definiert. Besser ist der Begriff „Transgender“, der sich auf das soziale Geschlecht (engl. Gender) bezieht und weniger das Medizinische fokussiert. Alternativ kann der Begriff „Transident“ benutzt werden, der den Aspekt der Identität hervorhebt.
Wichtig ist, trans* Personen mit ihren bevorzugten Pronomen anzusprechen. Mehr dazu findest du beim Thema “Pronomen”. Das kann von Person zu Person unterschiedlich sein. Wenn du dir unsicher bist, frag am besten einfach nach, welche Pronomen bevorzugt werden oder eröffne das Gespräch, indem du deine eigenen Pronomen nennst.
Hallo ich bin Judith, meine Pronomen sind sie/ihr. Und du?
Ebenfalls wichtig ist, sogenanntes Deadnaming (vom Englischen dead = tot, naming = benennen) zu vermeiden. Das bedeutet, zu vermeiden, dass trans* Personen, die den Namen, der zu ihrem biologischen Geschlecht gehörte, abgelegt haben, bei ihrem abgelegten Namen zu nennen.
Beispiel: Ein Kind wurde als biologisch weiblich geboren und „Mia“ genannt. Dieses Kind entschied sich, als trans* Mann zu leben. Seitdem möchte er „Tom“ genannt werden. Weiterhin den Namen Mia zu verwenden, kann verletzend und diskriminierend für Tom sein.
Transition
Einige trans* Personen entscheiden sich, ihre Geschlechtsidentität auch nach außen sichtbar zu machen. Dieser Prozess wird als Transition bezeichnet. Transitionen sind sehr individuell: Sie können soziale, medizinische und/oder rechtliche Schritte umfassen, müssen aber nicht.
Soziale Transition
Soziale Transition bedeutet, den eigenen Namen oder die Pronomen zu ändern, Kleidung, Auftreten oder das soziale Umfeld entsprechend zu gestalten.
Medizinische Transition
Medizinische Transition kann Hormonbehandlungen oder geschlechtsangleichende Operationen beinhalten. Ob und welche Maßnahmen gewählt werden, entscheiden die Betroffenen selbst. Es gibt keinen „richtigen“ oder „vollständigen“ Weg.
Nach geschlechtsangleichenden Operationenbei trans* Frauen werden die Geschlechtsorgane im medizinischen Kontext „Neo-Vulva“ und „Neo-Vagina“ genannt. Nach geschlechtsangleichenden Operationen bei trans* Männern werden die Geschlechtsorgane im medizinischen Kontext „Neo-Penis“ und „Neo-Hoden“ genannt.
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Rechtliche Transition
Rechtliche Transition umfasst in Deutschland unter anderem die Änderung von Vornamen und Personenstand. Geregelt ist das im sogenannten Selbstbestimmungsgesetz (SBGG), das seit 2024 in Kraft ist. Früher mussten dafür Gutachten erstellt werden. Heute reicht es, eine Erklärung auszufüllen und amtlich einzureichen.
Wichtig ist: Transitionen sind kein einheitlicher Ablauf, sondern vielfältige Möglichkeiten, die Betroffene selbstbestimmt wählen oder ablehnen können. Entscheidend ist die Anerkennung, dass jede Person das Recht hat, über den eigenen Körper, Namen und die eigene Identität zu entscheiden.
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Info Karte zur rechtlichen Lage von trans* Personen
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Info Karte zur rechtlichen Lage von trans* Personen
Trans* Körper
Bei trans* oder inter* Menschen haben Hormone eine besondere Bedeutung. Zum Beispiel im Rahmen einer Hormontherapie
Trans* Frauen nehmen das Hormon Östrogen ein, trans* Männer Testosteron.
Östrogen
z.B.
- Brustwachstum
- Weichere Haut
- Körperfettverlagerung an die Hüften
- Rückgang der Muskelmasse
Testosteron
z.B.
- Tiefere Stimme
- Bart- und Körperhaarwachstum
- Fettverlagerung an den Bauch
- Muskelwachstum
- Ende der Periode
Hier findest du mehr zum Thema Hormone.
Nicht nur cis Frauen menstruieren. Auch trans*, inter* und nicht-binäre Menschen können Perioden haben – alle, die mit Gebärmutter und Eierstöcken leben.
Verhütung bei trans* Personen
Auch trans* und nicht-binäre Personen brauchen Verhütung, unabhängig von einer Hormontherapie
- Menschen mit Penis können trotz Östrogentherapie Spermien produzieren.
- Menschen mit Gebärmutter können unter Testosterontherapie weiter Eisprünge haben.
Das heißt: Nicht-hormonelle Methoden wie Kondome, Spiralen oder Diaphragmen funktionieren wie gewohnt. Auch hormonelle Methoden können genutzt werden – welche passen, hängt von den Organen ab, nicht von der Geschlechtsidentität. Ärztliche Beratung ist hier besonders wichtig
Für trans* Männer und nicht-binäre Menschen mit Gebärmutter kann hormonelle Verhütung zusätzlich hilfreich sein, um die Periode zu stoppen oder regelmäßiger zu machen.
Wichtig: Hormonelle Verhütung ersetzt keine Hormontherapie für trans* Frauen. Das verwendete Östrogen unterscheidet sich in Form und Dosierung.
STI Verhütung
Trans* und nicht-binäre Menschen haben weltweit ein erhöhtes Risiko für STI
Wichtig: In der Zeit nach geschlechtsangleichenden Operationen kann der Intimbereich sehr empfindlich sein. Einige Sex-Praktiken können dann zu Verletzungen und Blutungen führen. Es lohnt sich mit Expert*innen und Ärzt*innen offen darüber zu sprechen, wann Sex wieder komplett möglich ist.
Hier geht's zum Thema Safer Sex und Schutz vor STI.
Kondometer
- Hier findest du eine Version zum Ausdrucken
Kondometer
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Gesundheit von trans* Personen
Trans* Menschen berichten, dass sie aus Angst vor Diskriminierung Ärzt*innenbesuche vermeiden oder schlechte Erfahrungen machen, z.B. durch absichtliches Misgendern, unsensible Fragen oder den Ausschluss von Behandlungen. Das kann schwere Folgen haben: von mangelnder Vorsorge über unnötige psychische Belastungen bis hin zu erhöhter Suizidalität durch Minderheitenstress.
Außerdem haben trans* Personen ein höheres Risiko für psychische Erkrankungen. Erklärt wird das unter anderem durch Diskriminierungserfahrungen