Penis- & Vulvabeschneidung
Bei einer Beschneidung werden Teile von Genitalien entfernt. Beschneidung ist ein Thema, das oft diskutiert wird, dabei betrifft es Millionen von Menschen weltweit. Die Entscheidung oder Notwendigkeit einer Beschneidung kann sehr unterschiedliche Hintergründe haben: kulturell, religiös, medizinisch oder kosmetisch.
Penis-Beschneidung
Die Beschneidung des Penis ist das Entfernen der Vorhaut. Weltweit wird sie aus verschiedenen Gründen durchgeführt
Religiöse Gründe
Vor allem in Judentum und Islam ist die Beschneidung oft ein wichtiger Teil der Religion.
Medizinische Gründe
Manchmal ist eine Beschneidung notwendig, wenn die Vorhaut Probleme wie eine Verengung (Phimose) verursacht. Eine Vorhautverengung erhöht das Infektionsrisiko für Menschen mit Penis. Dazu können Schmerzen beim Wasser lassen (urinieren/ pinkeln oder bei Erektionen kommen.
Individuelle Gründe
In den USA finden beispielsweise viele Beschneidungen aus Gründen der Sauberkeit, Hygiene oder Attraktivität statt.
Hygiene & Prävention
Es gibt Hinweise, dass eine Beschneidung das Risiko bestimmter Infektionen verringern kann. Menschen mit einem beschnittenen Penis leiden beispielsweise deutlich weniger an Harnwegsinfektionen
Die Prozedur kann als Kind oder als Erwachsener durchgeführt werden. Als Kind können die Eltern entscheiden, solange das Kindeswohl nicht verletzt wird. Sobald Kinder selber verstehen, was der Eingriff bedeutet, müssen sie in die Entscheidung einbezogen werden. Das ist in der Regel ab ca. 14 Jahren der Fall. Ab 18 darf jede Person selber entscheiden. Die Beschneidung ist in der Regel sicher, birgt aber wie jeder operative Eingriff Risiken wie Schmerzen, Infektionen oder Blutungen. Höhere Risiken gibt es, wenn die Beschneidung nicht durch medizinisches Personal durchgeführt wird. Wird die Vorhaut beispielsweise unvollständig entfernt, kann ein erneuter Eingriff notwendig sein. Außerdem kann es zu starker Blutung oder Infektionen kommen. Eine mangelnde Nachsorge verzögert den Heilungsverlauf und kann erneute Operationen notwendig machen
Es ist daher wichtig, die Beschneidung von Expert*innen unter hygienischen Umständen durchführen zu lassen. Denn dann kann die Beschneidung ohne große Komplikationen ablaufen.
Psychische Auswirkungen
Psychische Folgen reichen von keiner Belastung bis hin zu Trauma. Besonders riskant erscheinen nicht‑medizinische, unfreiwillige Eingriffe im Kindesalter ohne Betäubung und ohne die Möglichkeit, das Erlebte zu verarbeiten
Wichtig ist also, dass die Beschneidung von Expert*innen unter hygienischen Bedingungen durchgeführt wird.
Auswirkungen auf die Sexualität
Nach Beschneidungen kann man in der Regel nach ca. drei Wochen wieder Sex haben. Einige beschnittene Menschen sprechen anschließend von veränderten Orgasmen. Die meisten Studien finden keine Verschlechterung von Libido, Erektion, Orgasmus, Penissensibilität oder sexueller Zufriedenheit durch die Beschneidung des Penis.
Vulva-Beschneidung (Genitalverstümmelung)
Im Gegensatz zur Beschneidung des Penis steht die Beschneidung von Vulven, die meist unter dem Begriff weibliche Genitalverstümmelung (FGM/C = female Genital Mutilation/Cutting) bekannt ist. Hierbei werden Teile der äußeren Genitalien von Mädchen oder Frauen entfernt oder verändert
In einigen Gemeinden ist FGM/C eine alte Tradition. Keine weltweite Religion unterstützt FGM/C.
Die Folgen können schwerwiegend sein: starke Schmerzen, Infektionen, Komplikationen bei Schwangerschaft und Geburt und oft langfristige sexuelle Probleme. In vielen Ländern ist FGM/C verboten.
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Mehr über FGM/C erfährst du hier
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Falls du betroffen bist und Beratung brauchst ist das eine Anlaufstelle
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In akuten Gefahrensituationen hilft das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen"
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Offen sprechen lohnt sich
Über Beschneidung zu sprechen, ist wichtig, egal, ob man selbst betroffen ist, Kinder hat oder einfach neugierig ist. Offene Gespräche helfen, Mythen abzubauen, Risiken zu verstehen und eigene Entscheidungen informiert zu treffen.