Penis- & Vulvabeschneidung

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Bei einer Beschneidung werden Teile von Genitalien entfernt. Beschneidung ist ein Thema, das oft diskutiert wird, dabei betrifft es Millionen von Menschen weltweit. Die Entscheidung oder Notwendigkeit einer Beschneidung kann sehr unterschiedliche Hintergründe haben: kulturell, religiös, medizinisch oder kosmetisch.

Penis-Beschneidung

Die Beschneidung des Penis ist das Entfernen der Vorhaut. Weltweit wird sie aus verschiedenen Gründen durchgeführt    Schöfer, H. (2015). Zirkumzision des Mannes aus infektiologischer Sicht. Der Hautarzt, 66(1), 30–37. doi.org:

Religiöse Gründe

Vor allem in Judentum und Islam ist die Beschneidung oft ein wichtiger Teil der Religion.

Medizinische Gründe

Manchmal ist eine Beschneidung notwendig, wenn die Vorhaut Probleme wie eine Verengung (Phimose) verursacht. Eine Vorhautverengung erhöht das Infektionsrisiko für Menschen mit Penis. Dazu können Schmerzen beim Wasser lassen (urinieren/ pinkeln oder bei Erektionen kommen.     Stehr, M., Schröder, A., & Trapp, S. (2023). Phimose. In R. Stein, L. T. Weber, N. Younsi, K. Zahn, & M. Stehr (Eds.), Die Kinder- und Jugendurologie (pp. 385–393). Springer. doi.org 

Individuelle Gründe

In den USA finden beispielsweise viele Beschneidungen aus Gründen der Sauberkeit, Hygiene oder Attraktivität statt.

Hygiene & Prävention

Es gibt Hinweise, dass eine Beschneidung das Risiko bestimmter Infektionen verringern kann. Menschen mit einem beschnittenen Penis leiden beispielsweise deutlich weniger an Harnwegsinfektionen     Schöfer, H. (2015). Zirkumzision des Mannes aus infektiologischer Sicht. Der Hautarzt, 66(1), 30–37. doi.org.

Die Prozedur kann als Kind oder als Erwachsener durchgeführt werden. Als Kind können die Eltern entscheiden, solange das Kindeswohl nicht verletzt wird. Sobald Kinder selber verstehen, was der Eingriff bedeutet, müssen sie in die Entscheidung einbezogen werden. Das ist in der Regel ab ca. 14 Jahren der Fall. Ab 18 darf jede Person selber entscheiden. Die Beschneidung ist in der Regel sicher, birgt aber wie jeder operative Eingriff Risiken wie Schmerzen, Infektionen oder Blutungen. Höhere Risiken gibt es, wenn die Beschneidung nicht durch medizinisches Personal durchgeführt wird. Wird die Vorhaut beispielsweise unvollständig entfernt, kann ein erneuter Eingriff notwendig sein. Außerdem kann es zu starker Blutung oder Infektionen kommen. Eine mangelnde Nachsorge verzögert den Heilungsverlauf und kann erneute Operationen notwendig machen    Boakye, S. A., & Obeng, F. (2025, February 3). Clinical outcomes of circumcisions and prevalence of complications of male circumcisions: A five-year retrospective analysis at a teaching hospital in Ghana. PLOS Global Public Health. doi.org.

Es ist daher wichtig, die Beschneidung von Expert*innen unter hygienischen Umständen durchführen zu lassen. Denn dann kann die Beschneidung ohne große Komplikationen ablaufen.

Psychische Auswirkungen

Psychische Folgen reichen von keiner Belastung bis hin zu Trauma. Besonders riskant erscheinen nicht‑medizinische, unfreiwillige Eingriffe im Kindesalter ohne Betäubung und ohne die Möglichkeit, das Erlebte zu verarbeiten    Boyle, G. J. (2002). El Trastorno por Estrés Postraumático (PTSD) de Larga Duración como Resultado de Cirugía Genital en Menores. Revista de Psicología, 11(1), ág. 17-24. doi.org. Andere berichten von positiven Auswirkungen, beispielsweise dadurch, dass Schmerzen geringer werden.

Wichtig ist also, dass die Beschneidung von Expert*innen unter hygienischen Bedingungen durchgeführt wird.

Auswirkungen auf die Sexualität

Nach Beschneidungen kann man in der Regel nach ca. drei Wochen wieder Sex haben. Einige beschnittene Menschen sprechen anschließend von veränderten Orgasmen. Die meisten Studien finden keine Verschlechterung von Libido, Erektion, Orgasmus, Penissensibilität oder sexueller Zufriedenheit durch die Beschneidung des Penis.    Morris, B. J., & Krieger, J. N. (2013). Does male circumcision affect sexual function, sensitivity, or satisfaction?—A systematic review. The Journal of Sexual Medicine, 10(11), 2644–2657. doi.org    Tian, Y., Liu, W., Wang, J.-Z., Wazir, R., Yue, X., & Wang, K.-J. (2013). Effects of circumcision on male sexual functions: A systematic review and meta-analysis. Asian Journal of Andrology, 15(5), 662–666. doi.org

Vulva-Beschneidung (Genitalverstümmelung)

Im Gegensatz zur Beschneidung des Penis steht die Beschneidung von Vulven, die meist unter dem Begriff weibliche Genitalverstümmelung (FGM/C = female Genital Mutilation/Cutting) bekannt ist. Hierbei werden Teile der äußeren Genitalien von Mädchen oder Frauen entfernt oder verändert    World Health Organization. (2025, January 31). Female genital mutilation. www.who.int. Meist geschieht das schon im Kindesalter. FGM/C wird weltweit in einigen Kulturen praktiziert, findet meist unter unhygienischen Bedingungen und ohne Betäubung statt, ist also aus medizinischer Sicht gefährlich und wird von der Weltgesundheitsorganisation strikt abgelehnt. Diese Beschneidung findet ohne Zustimmung oder gegen den Willen der betroffenen Frau/des Kindes statt und es gibt keinen medizinischen Grund dafür    Berg, R. C., Denison, E., & Fretheim, A. (2010). Psychological, Social and Sexual Consequences of Female Genital Mutilation/Cutting (FGM/C): A Systematic Review of Quantitative Studies. Knowledge Centre for the Health Services at The Norwegian Institute of Public Health (NIPH). www.ncbi.nlm.nih.gov. Das erklärte Ziel in den Ländern mit traditioneller Beschneidung ist die Verhinderung von sexueller Lust bei Frauen.

In einigen Gemeinden ist FGM/C eine alte Tradition. Keine weltweite Religion unterstützt FGM/C.

Die Folgen können schwerwiegend sein: starke Schmerzen, Infektionen, Komplikationen bei Schwangerschaft und Geburt und oft langfristige sexuelle Probleme. In vielen Ländern ist FGM/C verboten.    World Health Organization. (2025, January 31). Female genital mutilation. www.who.int

Offen sprechen lohnt sich

Über Beschneidung zu sprechen, ist wichtig, egal, ob man selbst betroffen ist, Kinder hat oder einfach neugierig ist. Offene Gespräche helfen, Mythen abzubauen, Risiken zu verstehen und eigene Entscheidungen informiert zu treffen.

November, 2025

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Quellen

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