Inter*

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Unterscheidung trans*, inter*, nicht-binär*

Meist wird zwischen „männlich“ und „weiblich“ getrennt. Gemeint sind dabei oft Menschen mit Penis (= „männlich“) und Menschen mit Vagina (= „weiblich“). Inter* Personen passen in diese Kategorien nicht rein.     Antidiskriminierungsstelle des Bundes. (n.d.). inter*. Retrieved August 19, 2025, from www.antidiskriminierungsstelle.de.


Der Begriff Inter* beschreibt Menschen, die mit körperlichen Merkmalen (z. B. Chromosomen, Hormonen oder Genitalien) geboren werden, die nicht eindeutig in die medizinische Norm „männlich“ oder „weiblich“ passen.


Intergeschlechtlichkeit ist eine natürliche Variation des menschlichen Körpers. Inter* beschreibt dabei die biologische Variation und bezieht sich nicht direkt auf die Geschlechtsidentität. Nicht alle inter* Menschen sehen ihre Intergeschlechtlichkeit als Teil ihrer Identität. Es kann auch einfach ein körperliches Merkmal sein. Inter* ist ein Spektrum, kein einheitlicher Zustand. Das soll auch das Sternchen in „inter*“ verdeutlichen.


Inter* Personen können sich als weiblich, männlich, nicht-binär oder anders identifizieren. Viele inter* Personen erleben jedoch gesellschaftlichen Druck, sich in ein binäres System, also in männlich oder weiblich, einzuordnen.
 

Die richtige Ansprache

Der medizinische Begriff „Intersexualität“ beschreibt Intergeschlechtlichkeit oft als Krankheit. Wichtig: Intergeschlechtlichkeit ist keine Krankheit, sondern eine natürliche Variante der menschlichen Entwicklung. Daher ist es wichtig, intergeschlechtliche Menschen nicht als „intersexuell“ zu bezeichnen.
 

Wichtig ist, inter* Personen mit ihren bevorzugten Pronomen anzusprechen. Mehr dazu findest du beim Thema “Pronomen”. Das kann von Person zu Person unterschiedlich sein. Wenn du dir unsicher bist, frag am besten einfach nach, welche Pronomen bevorzugt werden oder eröffne das Gespräch, indem du deine eigenen Pronomen nennst.

Hallo ich bin Judith. Meine Pronomen sind sie/ihr. Und deine?

Inter* Körper

Inter* Menschen haben Merkmale von „weiblich“ und „männlich“ zugleich. Der Begriff „Inter*“ soll betonen, dass auch Intergeschlechtlichkeit divers ist. Das kann verschiedene Bereiche betreffen     Friedrich Ebert Stiftung. (n.d.). Intersexualität. In Gender Glossar. Friedrich Ebert Stiftung. Retrieved August 19, 2025, from www.fes.de.    Antidiskriminierungsstelle des Bundes. (n.d.). inter*. Retrieved August 19, 2025, from www.antidiskriminierungsstelle.de.:

Geschlechtshormone

Viel Östrogen = weiblich

Viel Testosteron = männlich

Äußere Genitalien

Vulva = weiblich

Penis = männlich

Innere Genitalien

Eierstöcke, Eileiter, Gebärmutter und Vagina = weiblich

Samenleiter und Prostata = männlich

Es gibt daher keine eindeutigen inter* Geschlechtsorgane, da viele Kombinationen möglich sind.

Übrigens: Im medizinischen Kontext werden die Geschlechtsorgane nach geschlechtsangleichenden Operationen bei inter* Personen „Neo-Vulva“, „Neo-Vagina“, „Neo-Penis“ und „Neo-Hoden“ genannt.

Nicht nur Frauen menstruieren. Auch trans*, inter* und nicht-binäre Menschen können Perioden haben – alle, die mit Gebärmutter und Eierstöcken leben.


Hier geht’s zum Thema Zyklus & Periode.
 

Verhütung bei inter* Personen

Auch inter* Personen brauchen Verhütung, abhängig von ihrem Hormonhaushalt und den Geschlechtsorganen      Coleman, E., Radix, A. E., Bouman, W. P., Brown, G. R., de Vries, A. L. C., Deutsch, M. B., Ettner, R., Fraser, L., Goodman, M., Green, J., Hancock, A. B., Johnson, T. W., Karasic, D. H., Knudson, G. A., Leibowitz, S. F., Meyer-Bahlburg, H. F. L., Monstrey, S. J., Motmans, J., Nahata, L., … Arcelus, J. (2022). Standards of Care for the Health of Transgender and Gender Diverse People, Version 8. International Journal of Transgender Health, 23(Suppl 1), S1–S259. doi.org.

Das heißt: Nicht-hormonelle Methoden wie Kondome, Spiralen oder Diaphragmen funktionieren wie gewohnt, je nach Ausprägung der Geschlechtsorgane. Auch hormonelle Methoden können genutzt werden – welche passen, hängt von den Organen und Hormonen ab. Ärztliche Beratung ist hier besonders wichtig     Meyer, G. (2021). Geschlechtsangleichende Hormontherapie bei Transidentität: Voraussetzungen und Therapiemanagement. springermedizin.at. www.springermedizin.at.

Hier geht’s zum Thema Schwangerschaftsverhütung.
 

STI Verhütung

Auch bei dem Schutz von STI müssen Safer-Sex Methoden an die Geschlechtsorgane angepasst werden. Dann können Kondome oder Femidome verwendet werden.

Rechtliche Lage und Gesundheit von inter* Personen

In Deutschland gibt es seit 2019 die Möglichkeit, nicht nur „männlich“ oder „weiblich“, sondern auch „divers“ oder „ohne“ als Geschlechtseintrag als Personenstand anzugeben. 


Jahrzehntelang wurden inter* Kinder direkt nach der Geburt operiert oder hormonell behandelt, um sie „eindeutig“ dem weiblichen oder männlichen Geschlecht zuordnen zu können. Ohne ihre Zustimmung. Inter* Personen geben an, dass sie die Behandlungen oft negativ wahrgenommen haben     Pöge, K., Dennert, G., Koppe, U., Güldenring, A., Matthigack, E. B., & Rommel, A. (2020). Die gesundheitliche Lage von lesbischen, schwulen, bisexuellen sowie trans- und intergeschlechtlichen Menschen. doi.org.


Solche medizinisch nicht notwendigen Operationen, die Geschlechtsmerkmale an das männliche oder weibliche Geschlecht anpassen, sind in Deutschland seit 2021 per Gesetz verboten.
Außerdem haben inter* Personen ein höheres Risiko für psychische Erkrankungen. Erklärt wird das unter anderem durch Diskriminierungserfahrungen    Pöge, K., Dennert, G., Koppe, U., Güldenring, A., Matthigack, E. B., & Rommel, A. (2020). Die gesundheitliche Lage von lesbischen, schwulen, bisexuellen sowie trans- und intergeschlechtlichen Menschen. doi.org

November, 2025

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