Inter*
Unterscheidung trans*, inter*, nicht-binär*
Meist wird zwischen „männlich“ und „weiblich“ getrennt. Gemeint sind dabei oft Menschen mit Penis (= „männlich“) und Menschen mit Vagina (= „weiblich“). Inter* Personen passen in diese Kategorien nicht rein.
Der Begriff Inter* beschreibt Menschen, die mit körperlichen Merkmalen (z. B. Chromosomen, Hormonen oder Genitalien) geboren werden, die nicht eindeutig in die medizinische Norm „männlich“ oder „weiblich“ passen.
Intergeschlechtlichkeit ist eine natürliche Variation des menschlichen Körpers. Inter* beschreibt dabei die biologische Variation und bezieht sich nicht direkt auf die Geschlechtsidentität. Nicht alle inter* Menschen sehen ihre Intergeschlechtlichkeit als Teil ihrer Identität. Es kann auch einfach ein körperliches Merkmal sein. Inter* ist ein Spektrum, kein einheitlicher Zustand. Das soll auch das Sternchen in „inter*“ verdeutlichen.
Inter* Personen können sich als weiblich, männlich, nicht-binär oder anders identifizieren. Viele inter* Personen erleben jedoch gesellschaftlichen Druck, sich in ein binäres System, also in männlich oder weiblich, einzuordnen.
Die richtige Ansprache
Der medizinische Begriff „Intersexualität“ beschreibt Intergeschlechtlichkeit oft als Krankheit. Wichtig: Intergeschlechtlichkeit ist keine Krankheit, sondern eine natürliche Variante der menschlichen Entwicklung. Daher ist es wichtig, intergeschlechtliche Menschen nicht als „intersexuell“ zu bezeichnen.
Wichtig ist, inter* Personen mit ihren bevorzugten Pronomen anzusprechen. Mehr dazu findest du beim Thema “Pronomen”. Das kann von Person zu Person unterschiedlich sein. Wenn du dir unsicher bist, frag am besten einfach nach, welche Pronomen bevorzugt werden oder eröffne das Gespräch, indem du deine eigenen Pronomen nennst.
Hallo ich bin Judith. Meine Pronomen sind sie/ihr. Und deine?
Inter* Körper
Inter* Menschen haben Merkmale von „weiblich“ und „männlich“ zugleich. Der Begriff „Inter*“ soll betonen, dass auch Intergeschlechtlichkeit divers ist. Das kann verschiedene Bereiche betreffen
Chromosomen
Geschlechtshormone
Viel Östrogen = weiblich
Viel Testosteron = männlich
Keimdrüsen
Äußere Genitalien
Vulva = weiblich
Penis = männlich
Innere Genitalien
Eierstöcke, Eileiter, Gebärmutter und Vagina = weiblich
Samenleiter und Prostata = männlich
Es gibt daher keine eindeutigen inter* Geschlechtsorgane, da viele Kombinationen möglich sind.
Übrigens: Im medizinischen Kontext werden die Geschlechtsorgane nach geschlechtsangleichenden Operationen bei inter* Personen „Neo-Vulva“, „Neo-Vagina“, „Neo-Penis“ und „Neo-Hoden“ genannt.
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Nicht nur Frauen menstruieren. Auch trans*, inter* und nicht-binäre Menschen können Perioden haben – alle, die mit Gebärmutter und Eierstöcken leben.
Verhütung bei inter* Personen
Auch inter* Personen brauchen Verhütung, abhängig von ihrem Hormonhaushalt und den Geschlechtsorganen
Das heißt: Nicht-hormonelle Methoden wie Kondome, Spiralen oder Diaphragmen funktionieren wie gewohnt, je nach Ausprägung der Geschlechtsorgane. Auch hormonelle Methoden können genutzt werden – welche passen, hängt von den Organen und Hormonen ab. Ärztliche Beratung ist hier besonders wichtig
STI Verhütung
Auch bei dem Schutz von STI müssen Safer-Sex Methoden an die Geschlechtsorgane angepasst werden. Dann können Kondome oder Femidome verwendet werden.
Rechtliche Lage und Gesundheit von inter* Personen
In Deutschland gibt es seit 2019 die Möglichkeit, nicht nur „männlich“ oder „weiblich“, sondern auch „divers“ oder „ohne“ als Geschlechtseintrag als Personenstand anzugeben.
Jahrzehntelang wurden inter* Kinder direkt nach der Geburt operiert oder hormonell behandelt, um sie „eindeutig“ dem weiblichen oder männlichen Geschlecht zuordnen zu können. Ohne ihre Zustimmung. Inter* Personen geben an, dass sie die Behandlungen oft negativ wahrgenommen haben
Solche medizinisch nicht notwendigen Operationen, die Geschlechtsmerkmale an das männliche oder weibliche Geschlecht anpassen, sind in Deutschland seit 2021 per Gesetz verboten.
Außerdem haben inter* Personen ein höheres Risiko für psychische Erkrankungen. Erklärt wird das unter anderem durch Diskriminierungserfahrungen.