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Hormone

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Hormone beeinflussen unglaublich viele Bereiche des Körpers, von Lust und Fruchtbarkeit über Stimmung und Schlaf bis hin zu Nähe und Bindung. Deshalb lohnt es sich, ein bisschen darüber Bescheid zu wissen.

Was sind Hormone?

Hormone sind Botenstoffe, die der Körper selbst herstellt. Sie reisen durchs Blut und geben Zellen und Organen Anweisungen im Körper. Ohne Hormone läuft fast nichts: Stoffwechsel, Wachstum, Gefühle, Sexualität, Lust und Fortpflanzung.

Hormone und Sexualität

Es gibt viele verschiedene Hormone. Einige davon sind besonders wichtig für Lust, Fruchtbarkeit und Fortpflanzung     Med Uni Graz. (2023, February 14). Oxytocin: Mehr als nur ein Liebeshormon. Med Uni Graz. www.medunigraz.at

   Schneider, H. J., Jacobi, N., & Thyen, J. (2020). Hormone – ihr Einfluss auf mein Leben: Wie kleine Moleküle Liebe, Gewicht, Stimmung und vieles mehr steuern. Springer. doi.org

Östrogene

oft als „weibliche“ Hormone bezeichnet. Wichtig für Zyklus und Schwangerschaft, aber auch für Knochen, Gefäße, Libido und die Potenz bei Menschen mit Penis.

Testosteron

gilt als „männliches“ Hormon. Spielt eine Rolle bei Fruchtbarkeit, Libido, Muskelaufbau und Stimmung. Auch Menschen mit Gebärmutter produzieren es.

Progesteron

besonders wichtig in der Schwangerschaft, wirkt aber auch auf Stimmung und Libido.

Prolaktin

Wirkt als eine Art „Sättigungssignal“ nach dem Orgasmus. Außerdem wichtig in der Schwangerschaft und beim Stillen

FSH (Folikelstimulierendes Hormon)

steuert die Eizellreifung und ist wichtig für die Spermienproduktion.

LH (Luteinisierendes Hormon)

löst bei Menschen mit Gebärmutter den Eisprung aus und fördert bei Menschen mit Penis die Testosteronbildung.

Oxytocin (Kuschelhormon)

bekannt als „Kuschelhormon“. Wichtig für Nähe, Vertrauen, Orgasmus und Bindung, aber auch für die Wehentätigkeit 

Mythos


Männer = Testosteron & Frauen = Östrogen

Falsch


  • Auch wer eine Gebärmutter hat produziert Testosteron - es beeinflusst z.B. Libido, Stimmung und Gesundheit
  • Auch Menschen mit Penis haben Östrogene - wichtig für Knochen, Gefäße und Fruchtbarkeit

Hormone & Lust

Aber:

Hormone sind nicht alles. Auch Stress, Beziehungsprobleme, Medikamente, Schlaf, Ernährung oder Bewegung haben einen starken Einfluss auf Lust.

Hormone haben großen Einfluss auf die Libido     Schneider, H. J., Jacobi, N., & Thyen, J. (2020). Hormone – ihr Einfluss auf mein Leben: Wie kleine Moleküle Liebe, Gewicht, Stimmung und vieles mehr steuern. Springer. doi.org     Schmidt, R. F., Lang, F., & Thews, G. (2004). Physiologie des Menschen (29., vollst. neu bearb. u. aktualisierte Aufl.). Springer Medizin Verlag.:

  • Östrogen, Testosteron & Oxytocin (Kuschelhormon): können Lust steigern.
  • Cortisol (Stresshormon) & Prolaktin: können die Lust ausbremsen.

Besonders bei menstruierenden Menschen schwankt die Libido auch mit dem Zyklus. Mehr dazu findest du im Kapitel “Menstruation & Zyklus”.

Hormone & Geschlechtervielfalt

Auch bei trans* oder inter* Menschen haben Hormone eine besondere Bedeutung – zum Beispiel im Rahmen einer Hormontherapie     Meyer, G. (2021). Geschlechtsangleichende Hormontherapie bei Transidentität: Voraussetzungen und Therapiemanagement. springermedizin.at. www.springermedizin.at. Dabei können gezielt Östrogene, Testosteron oder andere Hormone eingesetzt werden, um körperliche Veränderungen zu beeinflussen. Je nach Hormon, das zur Therapie eingesetzt wird, treten andere Veränderungen auf. Trans* Frauen nehmen das Hormon Östrogen ein, trans* Männer Testosteron.

Östrogen


z.B. 

  • Brustwachstum
  • Weichere Haut
  • Körperfettverlagerung an die Hüften
  • Rückgang der Muskelmasse

Testosteron


z.B.

  • Tiefere Stimme
  • Bart- und Körperhaarwachstum
  • Fettverlagerung an den Bauch
  • Muskelwachstum
  • Ende der Periode

Wenn Hormone aus dem Gleichgewicht geraten

Manchmal gerät der Hormonhaushalt durcheinander zum Beispiel bei Schilddrüsenerkrankungen, PCOS (polyzystisches Ovarsyndrom) oder PMS (prämenstruelles Syndrom).

Typische Anzeichen können sein:

  • unregelmäßige oder ausbleibende Periode
  • unerklärliche Gewichtszunahme oder -abnahme
  • Müdigkeit, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen
  • Hautprobleme
  • ungewollte Kinderlosigkeit
  • Beschwerden in den Wechseljahren

Wenn du solche Symptome bei dir bemerkst, kann es sinnvoll sein, den Hormonhaushalt ärztlich checken zu lassen. Erste Anlaufstellen sind Hausärzt*innen oder Gynäkolog*innen.

November, 2025

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